Der globale Trend

Tierversuchsfreiheit für Kosmetika

Lippenstift. Copyright: w.r.wagner/pixelio.de
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Signalwirkung für den Rest der Welt: Vorreiter EU gibt Impuls für Tierversuchsverbote

Mit dem Tierversuchsverbot für Kosmetik hat die Europäische Union Pionierarbeit geleistet. Trotz aller Mankos hat sich gezeigt, dass dieses Verbot der Anstoß für viele Länder war, dem Vorbild der EU zu folgen.

In Norwegen (2013), Israel (2013), Indien (2014) und Neuseeland ist das Verbot, Tierversuche für die Verbrauchersicherheit von Kosmetika durchzuführen, bereits in der Gesetzgebung verankert. In Australien liegt eine entsprechende Gesetzesvorlage vor. Brasilien hat 2014 ein Gesetz verabschiedet, das Tierversuche für Kosmetika verbietet, wenn eine tierversuchsfreie Methode verfügbar ist und sich etabliert hat. Tierversuche, die durchgeführt werden, um die Sicherheit eines neuen Inhaltsstoffes zu prüfen, bleiben für eine Übergangsphase erlaubt. Damit ist Brasilien das erste südamerikanische Land mit einem Tierversuchsverbot zumindest für Kosmetikprodukte.

Betrachtet man den Verband Südostasiatischer Nationen (engl. Association of Southeast Asian Nations, kurz ASEAN), ist Vietnam der einzige Staat, der Kosmetikprodukte an Tieren testet. Allerdings hat die Regierung 2014 den besonders grausamen Draize-Test verboten und dafür alternative Testmethoden vorgeschrieben und ist damit auf dem richtigen Weg. In Südkorea wurde ein Gesetz verabschiedet, was den Ersatz von Tierversuchen durch anerkannte Alternativen ab 2018 vorschreibt. Nun ist es wichtig, dass alle von der OECD anerkannten Alternativmethoden auch in Südkorea als solche akzeptiert werden.

Auch in Japan, Russland, den USA und Kanada werden nach wie vor Tierversuche für Kosmetika durchgeführt. Sie werden jedoch nicht per Gesetz verlangt und es ist möglich, tierversuchsfreie Methoden für die Risikobewertung zu verwenden, wo sie verfügbar und behördlich zugelassen sind. In Kanada, wie auch den USA wurden mittlerweile schon an der EU-Richtlinie orientierte Gesetzesentwürfe (Cruelty-Free Cosmetics Act bzw. The Humane Cosmetics Act) vorgestellt und warten nun auf Verabschiedung. Auch in Afrika werden erste Schritte unternommen um die Tierversuchsfreiheit für Kosmetika im politischen Dialog zu verankern.

Die Volksrepublik China verblieb lange als einziges Land, in dem für eine Zulassung auf dem Markt fertige Kosmetikartikel in Tierversuchen getestet werden mussten. Das galt auch für deren Import. Hier mussten Hersteller Proben ihrer Produkte abgeben, die dann durch chinesische Behörden in Tierversuchen getestet wurden. Allerdings hat die Regierung auf den internationalen Druck der Tierversuchsgegner und sicherlich auch auf den Rückzug vieler Kosmetikfirmen vom chinesischen Markt reagiert: Seit Juni 2014 müssen inländisch produzierte, herkömmliche Kosmetikprodukte, wie Shampoo, Gesichtspflegeartikel oder Parfum, nicht mehr an Tieren getestet werden. Auch für importierte Artikel sind Tierversuche nicht mehr zwingend vorgeschrieben, können jedoch von Behörden angeordnet werden, wenn die vorliegenden Nachweise nicht überzeugen.

Wir kämpfen weiter für ein weltweites Tierversuchsverbot für Kosmetika

Obwohl nach wie vor in 80% aller Länder Tierversuche für Kosmetikartikel erlaubt sind, lässt sich ein Umdenken feststellen, das sukzessive in staatliches Recht eingeht. Unser Kampf geht weiter, auch gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen, bis rund um den Globus Tierversuche für Kosmetika beendet sind.

Firmen unserer Kosmetik-Positivliste dürfen übrigens ihre Produkte nicht in andere Länder exportieren, wenn damit Tierversuche verbunden sind.