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Tierschutz: Anspruch und Wirklichkeit

 
 

Das Tierschutzbewusstsein in der Bevölkerung ist in den vergangenen Jahrzehnten stetig gewachsen. Eine epochale Aufwertung erfuhr der Tierschutz in Deutschland m Jahr 2002. Durch den Artikel 20a im Grundgesetz, der besagt, dass der Staat „auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung" zu schützen hat. Formal stellt der Tierschutz in Deutschland damit ein überragend wichtiges Gemeinschaftsgut dar, ein Staatsziel. Gesetzgeber, Behörden, Staatsanwaltschaften und Gerichte sind dadurch in besonderem Maße verpflichtet, dem Schutz der Mitgeschöpfe in vollem Umfang Rechnung zu tragen.
 
 

Momentaufnahmen aus dem Tierschutz-Alltag


Die Momentaufnahmen aus dem bundesdeutschen „Tierschutz-Alltag", die in der vorliegenden Dokumentation zusammengestellt wurden, zeigen allerdings, dass die Realität ganz anders aussieht.
 
Der Gesetzgeber hat das Tierschutzgesetz, das den konkreten Rechtsrahmen für den Umgang mit Tieren vorgibt, noch nicht an die neue Verfassungslage, geschweige denn an die wirklichen Bedürfnisse der Mitgeschöpfe, angepasst. Der eigentliche Skandal aber liegt darin, dass nicht einmal die unzureichenden Vorgaben des geltenden Tierschutzrechts eingehalten und durchgesetzt werden.
 
Von Mahatma Gandhi stammt der Ausspruch: „Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt." Heute, über 50 Jahre nach Gandhis Tod, werden auch und vor allem in den Industrienationen mehr Tiere getötet und gequält als jemals zuvor.
 
 

Jedes einzelne Tier ist ein empfindungsfähiges Mitgeschöpf


Jedes einzelne dieser Tiere ist ein empfindungsfähiges Mitgeschöpf, das sein eigenes Daseinsrecht auf dieser Welt hat und dementsprechend zu achten und zu schützen ist. Alle Aktivitäten des Deutschen Tierschutzbundes und seiner Mitgliedsvereine sind darauf ausgerichtet, diesen Anspruch zu verwirklichen.
 
Die vorliegende Publikation stellt weder eine Anklage dar noch eine Enzyklopädie der Tierquälerei. Anhand konkreter Beispiele soll aber verdeutlicht werden, wie groß die zu schließende Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit im Umgang mit Tieren noch immer ist.
 
„Der Deutsche Tierschutzbund wird weiter auf seine praktische Tierschutzarbeit und die millionenfache Unterstützung durch Tierfreunde und tierschutzbewusste Verbraucher setzen, um Tierquälerei zu begegnen", erklärt der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel. „Wir erwarten aber auch, dass der Gesetzgeber die Tiere mit einer Novelle des Tierschutzgesetzes, mit verbesserten Kontroll- und Zugriffsrechten für die Aufsichtsbehörden, einem Klagerecht für Tierschutzorganisationen und einer gezielten Tierschutz-Förderpolitik endlich so schützt, wie es das Staatsziel Tierschutz verlangt. Die Dokumentation wurde allen politisch Verantwortlichen in unserem Land übergeben. Ob sie sich wohl des dringenden Handlungsbedarfs bewusst sind?"
 
Erhältlich im Buchhandel (ISBN 978-3-924237-16-5 oder beim Deutschen Tierschutzbund Art. Nr. 1249 für € 6,90 zzgl. Porto.

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