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Pressemeldung Oktober 2010

 
 

12.10.10


Fall Sonja Zietlow belegt – Animal Hoarding ist zunehmend ein Problem

In den letzten Tagen wurde vielfach in der Presse dargestellt, wie eine Mieterin der Fernsehmoderatorin Sonja Zietlow auf deren Anwesen in der Vulkaneifel ca. 70 Hunde unter schlimmsten Bedingungen hielt. Der Beschreibung nach handelt es sich dabei um einen Fall von Animal Hoarding, wie er leider immer häufiger auftritt. Tiere zu sammeln, ihnen aber gleichzeitig keine angemessene Fürsorge zukommen zu lassen und dies oft verbunden mit der fehlenden Einsicht, dass die Tiere leiden, sind entscheidende Kriterien für das Vorliegen eines Falls von Animal Hoarding. Dies ist eine Krankheit des Menschen, die unbeschreiblich großes Tierleid verursacht.
 
„Animal Hoarding ist ein sehr großes und vor allem vielschichtiges Problem, das mit den heutigen rechtlichen und therapeutischen Möglichkeiten nicht in den Griff zu bekommen ist. In einem solchen Fall muss viel früher und vor allem durchgreifend gehandelt werden. Dafür benötigen wir die rechtlichen Grundlagen", fordert Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes. „Animal Hoarding beginnt nicht mit einem Paukenschlag", so Schröder weiter, „sondern ist ein schleichender Prozess, der zu einer immer stärkeren Verwahrlosung der Tiere führt, bis hin zu schwer kranken, verhaltensauffälligen und im schlimmsten Fall sogar toten Tieren." Selbst in einer solchen Situation nimmt der Hoarder meist keine Notiz von dem schweren Leid, das er den Tieren in seiner Obhut zufügt. Oftmals läuft die Beratung des Amtstierarztes ins Leere. Eine Wegnahme der Tiere ist erst zu einem aus Tierschutzsicht viel zu späten Zeitpunkt durch das Gesetz möglich. Erschwerend kommt hinzu, dass sich nach Auflösung eines solchen Falls die „Tierhölle" meist woanders fortsetzt. Denn Animal Hoarding ist eine Krankheit und ohne Therapie - die es bisher in Deutschland nicht gibt - geht das Tiersammeln immer weiter.
 
Die Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes hat 2008 eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe - zusammengesetzt aus Psychologen, Tierärzten und Juristen - ins Leben gerufen, mit dem Ziel, die Krankheit des Tiersammelns in den jeweiligen Fachkreisen sowie in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Es ist entscheidend, die Sensibilität der Bevölkerung zu erhöhen und gezielte Maßnahmen - wie gerichtliche Anordnungen zur Therapie, Schaffung von Therapiemöglichkeiten, Förderung der Forschung und Betreuung von wissenschaftlichen Arbeiten, Schaffung eines bundesweiten Melderegisters - zu initiieren.

 
  Mehr zu diesem Thema:
Animal Hoarding
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