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Anholter Bärenwald®

Chronologie der Ereignisse

 
 
2000
 
2003
 
2008
 
2010
 
Heute

 
 

1999


In Zusammenarbeit mit seinem Kooperationspartner, der International Bear Federation (IBF), konnte der Deutsche Tierschutzbund 1999 die Verantwortung für drei Braunbären und sechs Kragenbären aus einem hessischen Tierpark übernehmen und die Bären damit vor der drohenden Einschläferung bewahren.
 

Jahrzehntelange Haltung in Betongräben

Bis zur Vertragsunterzeichnung waren die Bären in der „Schlitzerländer Tierfreiheit“, einem kleinen privat geführten Tierpark in Hessen (Kreis Vogelsberg), untergebracht. Die dortige Haltung und unkontrollierte Zucht von Großbären wurde von Tierschützern seit Jahren kritisiert. Zu zweit oder dritt waren die Bären in einem Betongraben von etwa 40 m² untergebracht. Lediglich einige gestapelte Baumstämme sollten ihnen zur Beschäftigung dienen. Es gab keinen Unterstand, der sie vor Regen geschützt hätte. Gefüttert wurden die Tiere offenbar nur sporadisch - je nach Finanzlage der Tierparkbetreiberin. Bis zu 29 Jahren hatten die Braunbären unter diesen Bedingungen ausgeharrt. Die Tiere waren abgemagert und zeigten deutliche Verhaltensauffälligkeiten. Keines der Tiere hat jemals die Freiheit gesehen. Ende 1998 meldete der Tierpark Konkurs an.
 
Das zuständige Veterinäramt entschied 1999 die Bären einzuschläfern, um den Tieren weitere Leiden zu ersparen. Kurze Zeit später erfuhr die IBF von diesem Vorgang. Aufgrund einer unverzüglich eingeleiteten organisierten Hilfsaktion zusammen mit dem Deutschen Tierschutzbund konnte die Einschläferung sprichwörtlich in letzter Minute verhindert werden, denn der Tierarzt, der die Einschläferung vornehmen sollte, war bereits vor Ort.
 
Die Betreiberin des Tierparks übergab auf Druck des Veterinäramtes schließlich die Bären in die Obhut der IBF, die sich gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund vertraglich verpflichtet hat, für das Wohl der Tiere aufzukommen.

Erstversorgung mit großem Aufwand

Die Tierschützer begannen mit der Versorgung der Tiere. Helfer reinigten die Betonverliese, besorgten Stroh und konstruierten Höhlen, damit sich die Bären zurückziehen konnten. Ab sofort wurden die Bären auch regelmäßig gefüttert. Sie brauchten riesige Rationen, um wieder aufgepäppelt zu werden.

Unerwarteter Nachwuchs

Wenige Tage nach dem Start der Rettungsaktion verweigerte die Kragenbärdame das Futter. Sie schien apathisch und die Bärenfreunde waren besorgt. Der herbeigerufene Tierarzt konnte sie jedoch rasch beruhigen: Und kurze Zeit später waren es nicht mehr sieben, sondern neun Bären, die versorgt werden mussten. Serenus und Charlottus waren geboren.

Suche nach einer neuen Bleibe

Auf der Suche nach einer besseren Unterbringungsmöglichkeit für die Bären kamen der Deutsche Tierschutzbund und die IBF - nach zähen Verhandlungen mit verschiedenen Einrichtungen - in Kontakt mit Carl-Phillipp Fürst zu Salm-Salm.
 
Der Fürst betreibt am Niederrhein nicht weit von Emmerich den "Biotopwildpark Anholter Schweiz". Als er von der Leidensgeschichte der Bären erfuhr, war er sofort bereit, ein 2,5 Hektar großes Waldgelände innerhalb des Biotopwildparkes zur Verfügung zu stellen: In dem teilweise über 150 Jahre alten Baumbestand haben die Bären nun ein neues Zuhause gefunden.

 
 

2000

Gestaltung der neuen Gehege


Mit viel Aufwand, unter Beteiligung von Wildtierexperten wurden ein großes Kragenbärengehege (etwa 15.000 m2) und ein Braunbärengehege (etwa 10.000 m2) errichtet. 
 
Zum Vergleich: das im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums erstellte Gutachten zur Haltung von Säugetieren schreibt für die Haltung von ein bis zwei Bären lediglich eine Fläche von 150 m2 vor.
 
In den neuen Gehegen haben die Bären ausreichend Platz, um ihrem Spiel- und Erkundungsverhalten nachzukommen. Jeder Bär hat eine eigene Schlafbox und Bäume zum Klettern. Vor allem die Kragenbären nutzen diese Möglichkeit ausgiebig. Hügel als Aussichtsplattformen, Teiche zum baden und Höhlen als Rückzugsmöglichkeiten runden die Gehege ab.
 

Einzug der ersten Bären

Am 12. Januar 2000 wurden zunächst die sechs Kragenbären zum Anholter Bärenwald transportiert. Anfang Februar folgten die drei Braunbären. Für den Transport der Bären war es notwendig, die Tiere zuvor zu narkotisieren. Hierbei war ein auf solche Fälle spezialisierter Tierarzt vom Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin behilflich.

Gute Betreuung

Für die Betreuung der Bären wurde eine Tierpflegerin eingestellt, die seitdem mit großem Engagement das Leben der Bären betreut und bereichert, beispielsweise indem sie das Futter der Bären auf dem Gelände versteckt, damit erst gar keine Langeweile bei den Tieren aufkommt.
 
Um die Braunbärenhaltung zu bereichern hatte man zunächst versucht, die Tiere gemeinsam mit den im Tierpark vorhandenen Wölfen zu halten. Leider musste dieser Versuch aufgegeben werden. Für die Wölfe wurde daraufhin ein neues großzügiges Gehege gebaut. Braunbären und Wölfe leben jetzt in benachbarten Anlagen.

 
 

2003

Die offizielle Eröffnung

Nachdem die offizielle Eröffnung des Anholter Bärenwaldes - unter anderem aufgrund der grassierenden Maul- und Klauenseuche - mehrmals verschoben werden musste, konnten wir am 14. Juni 2003 im Beisein der damaligen, für den Tierschutz zuständigen, nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn, offiziell die Eröffnung des Anholter Bärenwaldes feiern.

Weitere Bären können umziehen

Im Jahr 2003 hatte das Veterinäramt Landkreis Potsdam-Mittelmark (Brandenburg) den Deutschen Tierschutzbund um Hilfe gebeten. Die Tierhaltungen im Tierpark Geltow  entsprachen nicht den rechtlichen Anforderungen (beispielsweise dem Säugetiergutachten des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten aus dem Jahr 1996). Der Verschleiß der Anlage war so weit fortgeschritten, dass die sich dadurch verschlechternden Haltungsbedingungen von der Behörde nicht mehr geduldet werden konnten.
 
Zwar wurden in einigen Tierhaltungen zwischenzeitlich Verbesserungen vorgenommen, ungelöst blieb jedochdie Haltung zweier Braunbärweibchen, deren Alter auf 12 Jahre geschätzt wurde. Sie lebten in einem etwa 60 qm großen Käfig. Diese beiden Bären Pexi und Bensi wurden am 17. Juli 2003 von Geltow nach Anholt transportiert, wo sie am 18. Juli 2003 erstmals in ihrem Leben Erde unter ihren Tatzen spüren konnten.

 
 

2008

Zwei neue Braunbärweibchen ziehen ein

Zwei 16-jährige Braunbärweibchen, die im Tierpark Suhl nicht tiergerecht untergebracht waren, konnten am 19. März 2008 in den Anholter Bärenwald umziehen. Nach achtstündiger Nachtfahrt trafen sie wohl behalten dort ein - und begannen sogleich, das Übergangsgehege zu erkunden, in dem während der Eingewöhnungsphase lebten.

 
 

2010

Ehemaliger Zirkusbär findet neues Zuhause


Seit dem 27. Oktober 2010 hat das Braunbärmännchen Bene aus Nordfrankreich im Bärenwald ein neues Zuhause gefunden. Der 25-jährige Bene ist ein ehemaliger Zirkusbär und verbrachte fast sein gesamtes Leben eingepfercht in einem wenige Quadratmeter großen Käfig.
 
In Zusammenarbeit mit der französischen Tierschutzorganisation „Code Animal" gelang es der International Bear Federation und dem Deutschen Tierschutzbund die Aufnahme sowie den Transport zu organisieren und das Tier damit aus der katastrophalen Haltung zu retten. Für seine Eingewöhnung wurde er in Anholt zunächst einzeln in der Stallung zum Zwecke der Quarantäne untergebracht und darf seit Mitte November auch schon erste Eindrücke im Vorgehege sammeln.
 
Voraussichtlich im Frühjahr 2011, nach der Winterruhe der übrigen Bärendamen, soll er mit diesen vergesellschaftet werden. Im Anholter Bärenwald kann der Braunbär nun endlich ein artgerechtes Leben führen.
 
 

Die Bären heute


Alters- oder krankheitsbedingt mussten wir in den letzten Jahren zwar von einigen Bären Abschied nehmen, doch konnten dadurch wieder neue Tiere aus schlechten Verhältnissen befreit werden.
 
Derzeit leben in Anholt die Braunbären Bensi, Ronja und Mascha sowie der Neuzugang Bene. Bensi wurde 1990 geboren und lebt seit dem Jahr 2000 in Anholt. Die Schwestern Ronja und Mascha (beide *1992) kamen 2008 in den Bärenwald. Der 25-jährige Braunbärmann Bene hat seit Oktober 2010 hier ein neues Zuhause gefunden.
 
Bei den Kragenbären handelt es sich um die beiden Männchen Speedy (*1991) und Balou (*1996), die zwei Weibchen Fix und Foxi (beide *1989) und um die beiden Jungtiere Serenus und Charlottus, die Söhne von Foxi und Speedy, die beide 1999 in Schlitz geboren wurden. Die gesamte Gruppe lebt bereits seit dem Jahr 2000 in Anholt.
 
 

Hilfe für die Bären

Die Rettung der Bären verursacht Kosten, für die es keine staatlichen Hilfen gibt. Der Deutsche Tierschutzbund e.V und der IBF sind daher dringend auf Spenden angewiesen.
  • Um den Anholter Bärenwald im Biotopwildpark Anholter Schweiz für die Bären zu gestalten, wurden bereits eine enorme Summe aufgewendet.
  • Auch der tägliche Unterhalt der Bären ist im Vergleich zu anderen Tieren sehr kostenintensiv.
  • Zur optimalen Betreuung gehören auch ein Biologe und der Tierarzt. 
  • Sie können eine Patenschaft für die Bären im Anholter Bärenwald übernehmen - weitere Informationen erhalten Sie hier.


 
 

Spendenkonto

Um in Not geratenen Bären dauerhaft zu helfen, sind dringend weitere Spenden nötig.
 
Wer den Bären helfen möchte, kann spenden auf das
Konto des Deutschen Tierschutzbundes e.V.
Nr. 40 444
Sparkasse KölnBonn
BLZ 370 501 98,
Stichwort: Bärenwald

Jede Spende hilft, den Bären auch zukünftig eine tiergerechte Unterbringung zu sichern.
 
Gerne können Sie auch online spenden. (Spendenzweck: Bärenwald)

 
  Mehr zu diesem Thema:
Anholter Bärenwald - Öffnungszeiten
 
Weiterführende Links
Anholter Bärenwald
"Biotopwildpark Anholter Schweiz"
 
 

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