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Pressemeldung August 2010

 
 

20.08.10


Handelsverbot für Robbenprodukte: Ab heute gültig

Im letzten Jahr stimmte das EU-Parlament mit großer Mehrheit für ein europaweites Handelsverbot von Robbenprodukten wie Fell-Fabrikaten, Ölen und Robbenfleisch ab. Das entsprechende Gesetz trat im Oktober 2009 in Kraft, der relevante Artikel 3 der Verordnung (EG) Nr. 1007/2009 zu den Regelungen erlangt heute seine Gültigkeit. Ausnahmen gelten nur noch für die Erzeugnisse, die aus der traditionellen Jagd der Inuit stammen. Der Bundestag hatte zu den neuen Regelungen im Juni 2010, der Bundesrat im Juli 2010 seine Zustimmung gegeben.
 
„Wir haben jahrelang für das Verbot dieser Qualprodukte gekämpft und hoffen nun auf strenge Kontrollen der Durchsetzung und entschiedenes Durchgreifen bei Vergehen", fordert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Grundsätzlich brauchen wir aber ein weltweites Verbot der Robbenjagd", formuliert Apel die weiteren Ziele.
 
Robbenjagd findet vor allem in der Arktis und im Süden Afrikas, aber auch in Norwegen statt. Etwa 900.000 Robben von mindestens 15 verschiedenen Spezies werden dabei jedes Jahr für kommerzielle Zwecke getötet und gehäutet. Die Länder Kanada, Grönland und Namibia sind für rund 60 Prozent der getöteten Robben verantwortlich. Über 90 Prozent der getöteten Tiere sind Jungtiere im Alter von zwei Wochen bis drei Monaten. Während beispielsweise Russland sein Verbot zur Tötung von Jungrobben im Weißen Meer sogar noch einmal deutlich verschärft hatte, war in Kanada in diesem Jahr die rekordverdächtige Anzahl von 388.200 Tieren zum Abschuss freigegeben, insgesamt 50.000 mehr als 2009.
 
Die Jagdmethoden sind äußerst brutal. Die Tiere werden mit Knüppeln oder einer Art Fischanlandungshaken, dem „Hakapik", erschlagen. Es kommt vor, dass die Tiere nicht tot sind, wenn sie enthäutet werden. Auch das Töten mit Gewehren kann nicht als „humane" Jagdmethode bezeichnet werden. Klimatische und geographische Bedingungen tragen dazu bei, dass die Jäger aus der Ferne schießen. Vielfach kommt es dabei zu Verletzungen durch Fehltreffer, die Tiere fliehen und ertrinken dann elendig.
 

 
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