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Pressemeldung August 2010

 
 

13.08.10


Astrid Grotelüschen: Puten-Queen und Jägersfrau - Ist der Tierschutz in Niedersachsen in den richtigen Händen?

Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen steht heute den Abgeordneten im Agrarausschuss des Niedersächsischen Landtages Rede und Antwort. Dabei geht es um die gegen sie und ihre Familie erhobenen Vorwürfe zu Missständen in Putenmastställen. Zu den Verantwortlichen soll auch Frau Grotelüschen enge Geschäftsverbindungen gepflegt haben. Unabhängig von der Klärung der Vorwürfe bleibt die Grundfrage, welchen Einfluss Vertreter der Agrarindustrie auf die Politik haben.
 
"Puten-Queen und Jägersfrau, das ist die bisherige Bilanz der ersten 100 Tage der Ministerin im Amt. Der Ministerpräsident, aber auch die Ministerin persönlich müssen entscheiden, ob es weiterhin zumutbar ist, das Amt als Agrarlobbyistin wahrzunehmen oder ob sich das Ministerium neutral verhält und für die Belange des Tierschutzes öffnet", erklärt Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes, der zugleich auch die rückhaltlose Aufklärung der Vorwürfe wegen Beteiligung an Tierqual fordert. „Als Tierschutzministerin hat sie sich bisher in keiner Weise gezeigt", fügt Vera Steder, Landesvorsitzende des Deutschen Tierschutzbundes in Niedersachsen, an.
 
Die enge Verbindung von Frau Grotelüschen mit der Agrarindustrie war bekannt. Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband in Niedersachsen haben schon bei Amtseintritt vor einseitiger Politik gegen Tierschutzinteressen gewarnt. Dass der „Zentralverband der deutschen Geflügelwirtschaft" die Ministerin öffentlich in Schutz nimmt, indem der Verband darstellt, „dass die Verantwortung beim Halter läge, eben nicht in der vor- und nachgelagerten Stufe" - damit nicht bei der Ministerin aus ihrer Zeit als Unternehmerin - belegt die enge Lobby-Verflechtung zudem. Einen der ersten Auftritte als Ministerin hatte Frau Grotelüschen bei der Jahreshauptversammlung der Jägerschaft in Oldenburg. Laut Bericht hat sie sich dort mit den Worten vorgestellt: „Ich bin nicht nur die Puten-Queen, sondern auch die Jägersfrau". Frau Grotelüschen lehnt ein Verbot der Fallenjagd ab und setzt sich für den Abschuss von Wildschweinen ein. Bei der Hundeverordnung hat sie konsequente Maßnahmen angekündigt, ohne allerdings konkret zu werden, ob sie die umstrittenen Rasselisten einführen will.

 
  Mehr zu diesem Thema:
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