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Pressemeldung Juli 2010

 
 

08.07.10


Aktuelle Studie bestätigt: Lage der Tierheime bleibt angespannt

Der Deutsche Tierschutzbund führt regelmäßig eine repräsentative Umfrage in den angeschlossenen Tierheimen durch. Das MAFO-Institut in Schwalbach erhebt dabei die Belegungs- und Vermittlungszahlen der Tiere in den Tierheimen. Die aktuelle Studie liegt jetzt vor. Die Quintessenz: steigende Belegungszahlen,  schwieriger werdende Vermittlung, stetig steigende Verweildauer. Die schwierige, wirtschaftliche Lage der Tierheime spitzt sich weiter zu.
 
Im Rahmen der Studie wurde im April 2010 vom MAFO-Institut eine repräsentative Umfrage unter den 514 im Deutschen Tierschutzbund angeschlossenen Tierheimen durchgeführt. Für 2009 ergibt sich ein Tierbestand von rund 93.600 Tieren in allen Tierheimen. Im Vergleich zu 2006 hat sich der Durchschnittsbestand damit um 39 Prozent erhöht. Damit einhergehend wird die Vermittlungssituation in den Tierheimen immer schwieriger. Im Vergleich zu 2006 hat sich die Zeit bis zur Vermittlung bei Hunden von 3,0 auf durchschnittlich 3,3 Monate erhöht, bei Katzen sogar von 2,9 auf 3,5 Monate. Die Zahl der aufgenommenen Exoten ist von 1.700 auf 3.700 angestiegen. Bei den Kleintieren wurden insgesamt 67.600 aufgenommen. 66 Prozent der Tierheime nennt finanzielle Probleme und Arbeitslosigkeit als Abgabegründe. Mit dieser Begründung werden vor allem alte und kranke Hunde abgegeben. Insgesamt wurden 11 Prozent weniger Tiere als im Vergleich zu 2006 vermittelt.
 
„Das Engagement in den Tierheimen ist enorm. Aber der politische und auch der wirtschaftliche Gegenwind stehen dem entgegen. Die Zahlen belegen auf dramatische Weise: Immer mehr Tierheimen geht die Luft aus", kommentiert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, die aktuellen Zahlen.
 
Der Deutsche Tierschutzbund fordert bereits seit längerer Zeit eine bessere Unterstützung der Tierheime und des Tierschutzes. Die Tierheime erfüllen neben ihren originären Tierschutzaufgaben eben auch kommunale Pflichtaufgaben. Eine kostendeckende Erstattung für diese Aufgaben gibt es nicht: Die Kommunen nehmen 80 Prozent der Leistungen in Anspruch, erstatten aber durchschnittlich nur 25 Prozent. Zudem werden die Tierheime in Folge der Gesetzgebung mit immer neuen Herausforderungen belastet. Zugleich gehen die Spenden zurück.

 
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