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Pressemeldung Juni 2010 |
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29.06.10
Freude beim Deutschen Tierschutzbund - Kein Ziegenelend in NiedersachsenIm niedersächsischen Holzminden hat sich der Kreistag gestern gegen eine Aufhebung des Landschaftsschutzgebietes auf der Domäne Heidbrink entschieden. Somit können die umstrittenen Pläne, dort eine Großanlage für Ziegen zu errichten, nicht umgesetzt werden. Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt das Ergebnis. Der Verband, der seit Bekanntwerden der Pläne der Firma Petri (Petrella-Käse) gemeinsam mit seinem Landesverband Niedersachsen und dem örtlichen Tierschutzverein gegen das Großprojekt kämpft, fühlt sich in seinem Handeln bestätigt.
„Das Ergebnis beweist: Widerstand und Kampf lohnen sich. Wenn Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund und anderen Umweltverbänden deutlich machen: Nicht hier, Nirgendwo!, bleibt das nicht wirkungslos", kommentiert Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes. „Auch um den gemeinsamen Widerstand gegen solche und andere Anlagen zu stärken, beteiligen wir uns an dem Netzwerk „Bauernhöfe statt Agrarfabriken", so Schröder weiter.
Der Deutsche Tierschutzbund warnte im Vorfeld eindringlich davor, im jetzigen Landschaftsschutzgebiet eine geplante Großanlage zur Haltung von Ziegen zu realisieren. „Industrielle, ganzjährige Stallhaltungen von Ziegen ohne Weidegang sind nicht artgerecht und verstoßen darüber hinaus gegen EU-Vorgaben zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlichen Tierhaltungen", betont Vera Steder, Vorsitzende des Landesverbandes Niedersachen des Deutschen Tierschutzbundes.
Nach dem umstrittenen Verkauf der Landesdomäne Heidbrink (Landkreis Holzminden) an die Firma Petri waren im Sommer letzten Jahres erste konkrete Planungen für die größte Ziegenfabrik Europas bekannt geworden. Damit würde erstmals in Deutschland - neben der Massenhaltung von Schweinen, Rindern und Geflügel - eine industrielle Ziegenhaltung realisiert. Bisher werden Ziegen meist in kleinen bäuerlichen Betrieben gehalten, deren Existenz durch eine Massenhaltung massiv gefährdet wäre.
Die Firma Petri plante auf der Domäne Heidbrink in drei Großställen insgesamt über 7.500 Milchziegen zu halten. Hinzu kommen nach Schätzungen des Deutschen Tierschutzbundes jährlich mindestens 7.500 Lämmer. Für die männlichen Jungtiere gibt es in Deutschland keinen Absatzmarkt. Deshalb könnte es - wie in den Niederlanden- dazu kommen, dass die Böckchen in tagelangen Fahrten nach Südeuropa transportiert werden um dort geschlachtet oder geschächtet zu werden.
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