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Pressemeldung Juni 2010 |
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10.06.10
Deutscher Tierschutzbund unterstützt Tierschutzinitiativen im Hessischen LandtagDer Ausschuss für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Hessischen Landtag stimmt heute über drei wichtige Tierschutzinitiativen der Fraktionen CDU, FDP, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der SPD ab, die insbesondere zur Reduzierung von Tierversuchen beitragen sollen. Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landestierschutzverband Hessen begrüßen dies und erwarten eine breite Unterstützung im Ausschuss. Allein die aktuellen Rekord-Tierversuchszahlen (allein 2,7 Millionen „verbrauchte" Versuchstiere in Deutschland im Jahr 2008) verdeutlichen den akuten Handlungsbedarf.
Die Fraktionen von CDU und FDP möchten mit ihrem Antrag durch die Anwendung intelligenter tierversuchsfreier Teststrategien bei der anstehenden Umsetzung der EU-Chemikalienverordnung REACH für eine Reduzierung von Tierversuchen sorgen. Laut Schätzungen von Experten könnten ansonsten für die Risikobewertung von Chemikalien bis zu 54 Millionen Tiere in Tierversuchen verwendet werden.
Auch BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bringen eine Initiative zum Ersatz von Tierversuchen durch Alternativmethoden und für einen ethischen Tierschutz ein. Zudem setzen sie sich für eine Nachbesserung der in ihrer jetzigen Form unzureichenden EU-Versuchstierrichtlinie ein.
Die SPD-Fraktion legt einen Antrag zur Berücksichtigung des Tierschutzes in allen Politikbereichen der Europäischen Union vor. Mit Aufnahme des Tierschutzes in den Vertrag von Lissabon gibt es nun endlich auch eine rechtliche Maßgabe, um den Schutz von Tieren bei der Ausgestaltung von Rechtsvorschriften und politischen Programmen voranzutreiben. Dies soll laut Antrag der SPD baldmöglichst bei der Ausarbeitung des Folge-Tierschutz-Aktionsplans sowie bei der Verbreitung der EU-Tiergesundheitsstrategie Anwendung finden. Zudem fordert die SPD-Fraktion den verstärkten Einsatz von Alternativmethoden und strengere Maßstäbe bei der behördlichen Genehmigung von Tierversuchen.
„Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landestierschutzverband Hessen erwarten, dass diese Anträge über Parteigrenzen hinweg heute eine breite Mehrheit finden", erklärt Dr. Brigitte Rusche, Leiterin der Akademie für Tierschutz und Vize-Präsidentin des Deutschen Tierschutzbundes. „Es ist höchste Zeit, dass die Politik ihren Worten Taten folgen lässt. Jahr für Jahr steigen die Tierversuchszahlen und Jahr für Jahr wird dies gebetsmühlenartig von allen Parteien bedauert - aber es geschieht nichts! Insbesondere auf EU-Ebene muss Deutschland endlich wieder zu einem Vorreiter in Sachen Tierschutz werden. Wir würden uns auch aus anderen Bundesländern und von der Bundesregierung solche Initiativen wünschen", so Rusche weiter.
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