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Pressemeldung Mai 2010 |
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26.05.10
Mündliche Verhandlung zu Bremer Primatenversuchen: Tierschützer hoffen auf ausgewogenes Verfahren Am 28.05.2010 soll die mündliche Verhandlung über die Primatenversuche an der Universität Bremen vor dem Bremer Verwaltungsgericht beginnen. Der Vorsitzende des Bremer Tierschutzvereins und Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, hofft auf ein ausgewogenes Verfahren. Gleichzeitig wirft er der Universität vor, die Öffentlichkeit gezielt zu täuschen. Hierzu veröffentlichen die Organisationen nun auch brisantes Material im Internet.
Affen, die mittels Wasserentzug gefügig gemacht werden, deren Kopf man aufbohrt, um in ihn Elektroden einzuführen und die jahrelang täglich über Stunden fixiert vor einem Bildschirm sitzen müssen, bevor sie schließlich getötet und seziert werden: Die ethische Vertretbarkeit solcher „Forschungsmethoden" wird ab Freitag vor dem Verwaltungsgericht Bremen verhandelt. Ausschlaggebend war, dass die Bremer Gesundheitsbehörde im Oktober 2008 die Genehmigung weiterer solcher Versuche aus ethischen Gründen abgelehnt hat. Hiergegen klagen der betroffene Wissenschaftler, Prof. Andreas Kreiter, und die Universität Bremen. Sie bestreiten, dass die Tiere leiden, und behaupten, die Forschungsergebnisse seien für die Behandlung von Hirnerkrankungen des Menschen wichtig.
Tierschützer und Ethologen unterstreichen aber, dass den Affen in Bremen tatsächlich erhebliche und lang anhaltende Leiden zugefügt werden. Dies geht auch aus der behördlichen Ablehnung der Versuche hervor, welche Tierschutzbund und Bremer Tierschutzverein nun auf ihren Internetseiten öffentlich machen. Und selbst die Hirnforscherkollegen Kreiters haben mittlerweile eingeräumt, dass dessen Experimente gar nicht auf medizinische Anwendungen abzielen und solche auch in mehr als zehn Jahren Affenqual nicht erbracht haben. „Wir erwarten vom Bremer Verwaltungsgericht einen Prozess, bei dem alle Fakten - auch die den Affen zugefügten Leiden - gebührend gewürdigt werden. Dies muss ohne Ansehen von Personen und Institutionen geschehen. Bisher ist das Verfahren durch wiederholte Aufschübe gekennzeichnet. Es ist jetzt an der Zeit, dass ein Ende des Tierleids in Sicht kommt", fordert Apel.
Kurz vor Prozessauftakt belegen der Bremer Tierschutzverein und sein Dachverband auch erneut, dass es die Universität bei der Auseinandersetzung um die umstrittenen Primatenversuche mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Als Reaktion auf eine Broschüre der Universität Bremen mit dem Titel „Vertrauen in Forschung" präsentieren sie eine Veröffentlichung, in der die dort aufgestellten Behauptungen widerlegt werden. In den Internetauftritten der Organisationen wird in einer 28-seitigen Stellungnahme nahezu jede Aussage der Uni-Broschüre Punkt für Punkt entkräftet. „Ich halte es in diesem Zusammenhang für einen ausgemachten Skandal, dass die Universität gezielt Fakten verzerrt und verdreht - und das noch unter dem Deckmantel der Vertrauensbildung!" konstatiert Apel. Unter anderem verweist er darauf, dass die Universität in der Broschüre behauptet, auf ihrer Internetseite ein „vollständiges Fachgutachten", welches im Auftrag des Bremer Senats erstellt wurde, zur Verfügung zu stellen. In Wirklichkeit handelt es sich um ein Gesprächsprotokoll, aus dem die Universität alle kritischen Aussagen des einzigen fachlich kundigen Tierschutzvertreters entfernt hat. Der Vorgang erhält eine zusätzliche pikante Note, da Kreiter erst vor wenigen Wochen eine Unterlassungserklärung unterzeichnen musste, nachdem er der Sprecherin des Wissenschaftsausschusses der Bremer Bürgerschaft unterstellt hatte, sie ziehe ein Ende der Affenversuche der Heilung kranker Kinder vor.
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