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Pressemeldung Mai 2010

 
 

21.05.10


Empörung über Uneinsichtigkeit der US-Streitkräfte - Tierschutzbund schaltet Botschafter ein

Die US-Armee will weiter an ihrem Vorhaben festhalten, im Rahmen der Sanitätsausbildung ihrer Soldaten auf dem Truppenübungsplatz im oberpfälzischen Grafenwöhr Tiere schwer zu verletzen. Der Deutsche Tierschutzbund reagiert mit Entsetzen auf diese Nachricht. Nach der gestrigen Meldung der Regierung der Oberpfalz, dass der entsprechende Tierversuchsantrag des mit der Durchführung der Versuche beauftragten Privatunternehmens zurückgezogen worden sei, ist die Enttäuschung und das Unverständnis heute umso größer. Der Deutsche Tierschutzbund hatte nach Bekanntwerden der Versuchs-Pläne massiv protestiert und gefordert, die grausamen und unnötigen Experimente auf keinen Fall zu genehmigen. Nun hat der Verband an den amerikanischen Botschafter appelliert, von einer Fortführung des Versuchsvorhabens abzusehen.
 
Die US-Streitkräfte sehen die Verwendung von Tieren in der Sanitätsausbildung nach wie vor als wichtig und notwendig an. Dies hat der Deutsche Tierschutzbund auf Anfrage von der Sprecherin der US- Streitkräfte in Heidelberg erfahren. Man will die Genehmigung für das Versuchsvorhaben noch in diesem Jahr einholen. „Unsere schlimmsten Befürchtungen haben sich bestätigt. Es ist unfassbar, dass die öffentliche Ablehnung in der Bevölkerung einfach ignoriert wird", so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Wir haben nun den amerikanischen Botschafter aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass die weiteren Vorhaben umgehend aufgegeben werden",  so Apel weiter.
 
Noch für dieses Jahr ist auf dem Gelände der US Army Health Clinic in Grafenwöhr in der Oberpfalz ein Projekt geplant, bei dem Tieren schwere Verletzungen zugefügt werden sollen. US-Soldaten in der Sanitätsausbildung könnten so üben, wie Gefechtsverletzungen versorgt werden. Die Tiere sollen vorab betäubt und nach Abschluss der Versuche getötet werden. Die bayerische Staatskanzlei hatte Berichte bestätigt, dass ihr eine Anfrage zur Genehmigung solcher Tierversuche vorläge. Der Deutsche Tierschutzbund kritisierte dieses Vorgehen als grausam und fragwürdig. Aus medizinischer Sicht sind derartige Experimente völlig unnötig. Auch der Sanitätsdienst der deutschen Bundeswehr erklärte gegenüber dem Deutschen Tierschutzbund, dass zu Ausbildungszwecken in den eigenen Einrichtungen keine Tierversuche stattfinden. „Es gibt bereits eine Reihe von Alternativmethoden, um rettungsmedizinische Fähigkeiten tierversuchsfrei zu erlernen. Außerdem handelt es sich bei den geplanten Versuchen um einen klaren Verstoß gegen das deutsche Tierschutzgesetz. Die Pläne, die Versuche trotzdem durchzuführen, sind deshalb unbegreiflich", sagt Tessy Lödermann, Vizepräsidentin des zum Deutschen Tierschutzbundes gehörigen Landesverbandes Bayern.

 
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