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Pressemeldung Mai 2010

 
 

19.05.10


US-Militär will Tiere zu Ausbildungszwecken grausam zurichten - Deutscher Tierschutzbund protestiert

Auf dem Truppenübungsplatz der US-Armee im oberpfälzischen Grafenwöhr sollen im Rahmen der Sanitätsausbildung Tiere schwer verletzt werden. Die bayerische Staatskanzlei hat bestätigt, dass ihr eine entsprechende Anfrage zur Genehmigung vorliegt. Für die Durchführung der Versuche wurde ein Privatunternehmen beauftragt, das unter anderem auf Tierversuche zur Medizinerausbildung spezialisiert ist. Am 21. Mai findet ein Gespräch zur Klärung zwischen Vertretern der Regierung Oberpfalz, der US-Streitkräfte und dem Unternehmen statt. Der Deutsche Tierschutzbund sieht einen klaren Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und appelliert an die Regierung, die grausamen und unnötigen Experimente auf keinen Fall zu genehmigen.
 
Noch für dieses Jahr ist auf dem Gelände der US Army Health Clinic in Grafenwöhr in der Oberpfalz ein Projekt geplant, bei dem Tieren schwere Verletzungen zugefügt werden. Ziel: US-Soldaten, die sich in der Sanitätsausbildung befinden, sollen üben, wie Gefechtsverletzungen versorgt werden. Vermutlich werden die Versuche an Schweinen oder Ziegen durchgeführt. Die Tiere sollen vorab betäubt und nach Abschluss der Versuche getötet werden. Dieses Vorgehen ist nicht nur aus Sicht des Tierschutzes grausam und fragwürdig, auch aus medizinischer Sicht sind derartige Experimente völlig unnötig. „Es ist unfassbar, dass hier Tiere leiden sollen, obwohl es bereits eine Reihe von Alternativmethoden gibt, um rettungsmedizinische Fähigkeiten tierversuchsfrei zu erlernen", sagt Tessy Lödermann, Vizepräsidentin des zum Deutschen Tierschutzbundes gehörigen Landesverbandes Bayern e. V. „Mein Mann hat selbst eine Ausbildung zum Rettungssanitäter absolviert, ohne dass dafür Tiere verletzt wurden."
 
Es sollen bereits detaillierte Pläne für dieses Projekt vorliegen. „Die Frage ist, warum bisher keine Vertreter des Tierschutzes zu Rate gezogen wurden. Wir verlangen, umgehend in die weiteren Verhandlungen einbezogen zu werden", erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Hier liegt ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vor. Dieses besagt, dass Eingriffe an Tieren zur Ausbildung nicht erlaubt sind, wenn ihr Zweck auch auf andere Weise erreicht werden kann. Das ist hier zweifellos der Fall. Die Versuche in Grafenwöhr dürfen nicht genehmigt werden - das gebietet im Übrigen auch das Staatsziel Tierschutz in der bayerischen und bundesdeutschen Verfassung", so Apel abschließend.

 
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