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Pressemeldung Mai 2010

 
 

05.05.10


EU-Parlament fordert umfassenden Tierschutz


Das Plenum des Europaparlaments entscheidet heute über einen Entschließungsantrag zur Bewertung und Fortführung des EU-Tierschutzaktionsplans 2006-2010. Die Vorlage gibt entscheidende Impulse für die künftige Tierschutzpolitik in Europa. Der Deutsche Tierschutzbund erwartet, dass die Abgeordneten mit überwältigender Mehrheit zustimmen.
 
Der Entschließungsantrag wurde im EP-Agrarausschuss unter Leitung der schwedischen Abgeordneten Marit Paulsen vorbereitet. Kernstück ist die Forderung nach einer umfassenden Tierschutzpolitik. Bis 2014 soll die EU-Kommission dazu ein allgemeines Tierschutzrecht für Europa entwerfen. Zudem ist es wichtig, dass sich die EU neben den wirtschaftlich interessanten Tieren im Agrarbereich verstärkt auch Heimtieren, streunenden Hunden und Katzen oder den Zoo- und Zirkustieren annimmt.
 
Gleichzeitig zielt der Entschließungsantrag auf einen besseren Vollzug der bisherigen Bestimmungen, beispielsweise beim Tiertransport, bei der Schweinehaltung oder der Kennzeichnungspflicht für Eier. Auch müsse dafür gesorgt werden, dass verfügbare Alternativen zum Tierversuch gemäß der EU-Vorschriften auch tatsächlich eingesetzt werden. Um die Forschung und den Informationsfluss im Tierschutz insgesamt zu verbessern, soll ein europäisches Netzwerk von Referenzzentren für den Tierschutz und das Wohlergehen der Tiere aufgebaut werden.
 
„Durch die Aufnahme in den Lissabonner Vertrag ist der Schutz von Tieren zu einer zentralen Herausforderung der EU-Politik geworden. Mit der anstehenden Entschließung wird diese Herausforderung angenommen", erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Allerdings dürften die Abgeordneten nicht nur Arbeitsaufträge an die Kommission erteilen, sondern müssten auch selbst handeln. „In Kürze werden EP-Agrarausschuss und Parlamentsplenum über die EU-Versuchstierrichtlinie zu entscheiden haben. Die aktuelle Fassung bleibt weit hinter den Erwartungen der Tierschützer zurück. Die Abgeordneten können dies korrigieren und höchstpersönlich für ein Verbot von Affenversuchen, bessere Kontrollvorschriften und den Einsatz von Alternativen sorgen", so Apel.

 
  Mehr zu diesem Thema:
Europa
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