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Pressemeldung April 2010 |
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16.04.10
Rodeo in Griesheim: Trauriges Spektakel auf Kosten der Tiere An den kommenden zwei Wochenenden finden im hessischen Griesheim jeweils zweitägige Rodeoveranstaltungen statt. Der Deutsche Tierschutzbund unterstreicht im Vorfeld der Veranstaltungen, dass Rodeos grundsätzlich nichts mit Tierwohl zu tun haben. Die Tierschützer bitten die Bevölkerung, diese Veranstaltungen zu boykottieren.
„Rodeo ist kein Sport und viele der Tiere leiden. Der Veranstalter sollte sich an wissenschaftlichen Gutachten orientieren. Diese unterstreichen die Tierschutzrelevanz dieser unzeitgemäßen Volksbelustigung auf Kosten der Tiere", erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Es ist eine Schande, dass einem solchen Spektakel in Griesheim eine Bühne geboten wird!"
Was dem Zuschauer als Show und Belustigung vorgegaukelt wird, ist - das unterstreichen verschiedene Gutachten - für die Pferde und Rinder zumeist mit Schmerzen, Stress und Angst verbunden. Die Pferde, die auf diesen Schauveranstaltungen für den Flair des Wilden Westens sorgen sollen, sind keine Wildpferde. Es sind häufig für wenig Geld gekaufte Pferde, die als „nicht reitbar" gelten. Noch nach Jahren im Showgeschäft zeigen die eingesetzten Tiere keine Gewöhnung. Neben völliger Abstumpfung, Nervosität und Abwehrbewegungen entwickeln einige sogar schwere Verhaltensstörungen.
Trotzdem fehlt bislang ein bundesweites Verbot von Rodeoveranstaltungen. Die meisten Bundesländer haben bereits einen Erlass für ihr Bundesland herausgegeben, welcher zumindest die schlimmsten Disziplinen und Hilfsmittel beim Rodeo verbietet. Eine einheitliche Regelung aller Bundesländer fehlt jedoch bisher und immer wieder werden Erlässe wegen mangelnder Rechtsverbindlichkeit missachtet. Mit Unverständnis reagiert der Deutsche Tierschutzbund auf ein aktuelles Urteil des Verwaltungsgerichtes Freiburg. Das Urteil betrachtet das Verbot, einen Flankengurt zu verwenden, als rechtswidrig.
Der Flankengurt wird vor allem bei den Disziplinen Bullenreiten sowie Bare Back Riding und Saddle Bronc Riding verwendet und beim Starten mit einem heftigen Ruck schmerzhaft eng zugezogen. Bedingt durch die hohe Sensibilität im Flankenbereich wird das gezeigte Abwehrverhalten der Pferde vervielfacht: Das malträtierte Tier scheut, schlägt aus und benimmt sich für die unbedarften Zuschauer wie ein bockendes Wildpferd, obwohl es eigentlich nur Angst und Stress empfindet.
Der Deutsche Tierschutzbund fordert ein bundesweites Verbot aller Rodeo-Disziplinen. Die Mehrheit der Bevölkerung lehnt Veranstaltungen ab, bei denen Menschen auf Kosten von Leiden und Schmerzen von Tieren belustigt werden. Der Deutsche Tierschutzbund bittet daher die Bevölkerung, keine Rodeo-Veranstaltungen zu besuchen.
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