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Pressemeldung März 2010 |
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26.03.10
Blutiges Gemetzel als Kulturgut? Touristen zum Boykott aufgerufen Am morgigen Samstag findet in Madrid eine Demonstration gegen Stierkämpfe statt. Hintergrund: Die Regionalregierung Madrid plant Stierkämpfe als Kulturgut zu deklarieren und damit auf eine Stufe mit Museen oder Theatern zu stellen - Fördergelder inklusive. Damit sollen Initiativen wie die Kataloniens, welche über ein Verbot von Stierkämpfen aktuell im Parlament debattieren, ausgebremst werden. Denn ein Kulturgut kann nicht verboten werden. Der Deutsche Tierschutzbund hält das für einen Skandal. Der Verband appelliert zu Beginn der ersten Reisewelle an alle Spanien-Urlauber, die als Kulturerbe getarnte Tierquälerei zu boykottieren: Die Neugierde der Touristen finanziere und legitimiere das Tierleid.
Nicht nur die Region Madrid plant das blutige Gemetzel als "Bien de Interés Cultural", als Kulturgut, zu erklären. Andere Regionen wie Murcia, Valencia und Navarra beabsichtigen Ähnliches. Auch in Frankreich gibt es solche Ideen. Im Februar hatte die "Union des Villes Taurines Françaises" (UVTF), ein Zusammenschluss von 46 südfranzösischen Städten, in denen regelmäßig Stierkämpfe organisiert werden, eine Bewerbung bei der Weltkulturorganisation UNESCO angekündigt. Ziel: Stierkämpfe sollen "immaterielles Kulturerbe der Menschheit" werden.
Anbot und Nachfrage regeln den Stierkampf-Markt:
Geld kommt vor allem von Touristen
Pro Jahr werden in Spanien etwa 2.000 Stierkämpfe durchgeführt, in denen sehr viele Tiere zu Tode kommen (circa 30.000 im Jahr). Nur etwa 14 Prozent aller Spanier besuchen derartige Veranstaltungen, selbst in Madrid haben laut einer aktuellen Umfrage 66% der Madrileños kein Interesse an Stierkämpfen. Die Mehrheit der europäischen Bevölkerung lehnt Stierkämpfe ebenfalls als archaisch und tierquälerisch ab. Die meisten Besucher der Arenen sind dennoch Touristen, die den Stierkampf als "typisch spanische Urlaubsattraktion" erleben wollen. „Wer Stierkämpfe als fröhliches und traditionelles Ereignis feiert, verschließt die Augen vor Tierleid und dem äußerst grausamen Umgang mit den Tieren", so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Die Tötung des Stieres in der Arena mit dem Todesstoß ist bis heute in Spanien und Südfrankreich erlaubt. Bereits vor den eigentlichen Kämpfen werden den Tieren Verletzungen und Verstümmelungen zugefügt. Um die Tiere zu reizen, werden mit Widerhaken versehene Nadeln in die Haut der Tiere gestoßen. Oft werden die Hörner bis auf die empfindlichen Nerven abgeschliffen, damit das Tier diese nicht mehr zur Gegenwehr einsetzen kann. Der tagelange Futter- und Wasserentzug schwächt die Tiere zusätzlich vor den Kämpfen.
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