Tierversuchsprotest-Motiv. Mit Klick Plakat als PDF herunterladen.
Rund 2,9 Millionen Nager, Kaninchen, Hunde, Katzen und Affen werden pro Jahr in deutschen Labors bei Tierversuchen eingesetzt - Tendenz weiter steigend. Ihr Erbgut wird manipuliert, sie werden aufgeschnitten, künstlich krank gemacht oder quälend langsam vergiftet. Wenn sie nicht mehr gebraucht werden, landen die Tiere im Müll. Seit Jahren setzt sich der Deutsche Tierschutzbund für ein Ende dieser Tierversuche ein.
Nach einer Statistik des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft von November 2011 wurden 2010 2,5 Prozent mehr Tiere für Versuche eingesetzt als im Jahr zuvor. In der Gentechnik waren es 115.000 (19 Prozent) mehr Mäuse, Ratten, Kaninchen, Schweine und Fische. Auch die Zahl der Primaten stieg alarmierend: Mit 2.789 Affen wurden fast 500 mehr als 2009 verbraucht. Diese Tiere sterben meist in Giftigkeitsprüfungen oder für den reinen Erkenntnisgewinn. Selbst für Ausbildungszwecke müssen die Tiere herhalten: 2010 wurden 153 Affen im Bereich der Lehre benutzt.
Im November 2010 ist die neue EU-Tierversuchsrichtlinie in Kraft getreten. Innerhalb von zwei Jahren müssen die EU-Mitgliedsstaaten die Richtlinie in nationales Recht umsetzen. Mit seiner Kampagne "Tierversuchsprotest" will der Deutsche Tierschutzbund sich für einen maximal möglichen Schutz für Versuchstiere in Deutschland einsetzen.
Denn leider sind die Inhalte der neuen Richtlinie aus Tierschutzsicht enttäuschend: ob die fast ungebremste Verwendung von Affen, eine fehlende Verpflichtung zum Einsatz von vorhandenen tierversuchsfreien Methoden oder das lasche Genehmigungsverfahren für Tierversuche.
Aktiv werden beim Tierversuchsprotest
Es besteht die Gefahr, dass die Bundesregierung bei der Umsetzung der EU-Versuchstierrichtlinie hierzulande keine strengeren Regelungen zum Schutz der Tiere festlegt. Um das zu verhindern, fordert der Deutsche Tierschutzbund die Bundesregierung mit seiner Tierversuchsprotest-Kampagne auf, bei der Umsetzung in nationales Recht die Mängel der neuen EU-Richtlinie auszubügeln und dem Staatsziel Tierschutz endlich Rechnung zu tragen.
Tiere dürfen nicht länger zu Wegwerfartikeln gemacht werden! Beteiligen Sie sich an unserem Tierversuchsprotest mit Ihrer Unterschrift. Die Liste können Sie rechts herunterladen.
Kampagnenstart in Berlin
Von links: Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, mit Undine Kurth, MdB Bündnis 90/Die Grünen, und Heinz Paula, SPD-MdB und Vorsitzender des Tierschutzvereins Augsburg vor dem Reichstag. Im Hintergrund verkleidete Tierschützer. Mit Klick vergrößern.
Wolfgang Apel hat am 19. April 2010 mit einem Foto- und Interviewtermin vor dem Reichstag in Berlin den offiziellen Startschuss für die neue Tierversuchsprotest-Kampagne gegeben. Bei der Kampagne steht neben der EU-Versuchstierrichtlinie die Kritik an Bundesforschungsministerin Annette Schavan im Mittelpunkt: Diese wendet sich gegen jegliche Einschränkung von Tierversuchen. Darüber hinaus steht die Eröffnung des Gerichtsverfahrens zu den Primatenversuchen an der Universität Bremen kurz bevor.