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Pressemeldung März 2010 |
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18.03.10
Schweine-Transporte: Wird 2010 das traurige Rekordjahr? Die Bemühungen der Agrarindustrie, neue Exportmärkte zu erobern, wird in diesem Jahr zu einem traurigen Rekord bei Tiertransporten führen, befürchtet der Deutsche Tierschutzbund. Den jüngst von der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) veröffentlichten Zahlen zufolge hat der Export von lebenden Schweinen in den letzten Jahren drastisch zugenommen. Laut ISN wird jedes 15. Schwein aus Deutschland lebend exportiert. 2009 steigerte sich die Ausfuhr im Vergleich zum Vorjahr um 35 %. In absoluten Zahlen: 3,5 Millionen Schweine wurden exportiert. Ziele sind vor allem die osteuropäischen Länder: Polen, Kroatien, die Ukraine oder Russland. Die Bundesregierung begrüßt die zunehmenden Exporte von Tieren in diese Drittländer. Der Deutsche Tierschutzbund dagegen kritisiert den Lebendtransport von über 360 Millionen Tieren pro Jahr - Geflügel nicht eingerechnet - grundsätzlich.
„Die Vorschriften für Tiertransporte sind schon innerhalb der EU ungenügend. Außerhalb der Grenzen sind die Tiere nicht einmal durch diese minimalen Tierschutzbestimmungen geschützt. Ferntransporte lebender Tiere müssen ein Ende haben", kommentiert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
Die Anzahl der Lebendtransporte nach Osteuropa und Russland hat sich seit 2007 fast verdoppelt. Für die Tiere stellen sie eine immense Belastung dar. Problematisch sind besonders die Fahrtzeiten, das Platzangebot und die Temperaturen. Letztere dürfen zwischen Null und 35° C betragen. Die Tiere sind oft tagelang unterwegs, das Platzangebot ist ungenügend. Ein Schwein von 100 kg hat nur etwa eine Fläche von 0,5 m² zur Verfügung. Schweine dürfen sogar 24 Stunden am Stück transportiert werden, bis die Fahrer eine Pause machen und die Schweine abladen müssen. Während des Transportes ist die Versorgung der Schweine mit Wasser oft nicht gewährleistet. „Diese Missstände sind möglich, weil die bestehenden Gesetze nicht streng genug sind, Kontrollen der Transportfahrzeuge zu selten durchgeführt und Verstöße nicht geahndet werden", so Apel.
Wie der Verband mitteilt, habe die EU-Kommission die Probleme der Langstreckentransporte erkannt. Wann das bestehende Gesetz nachgebessert werde, stehe allerdings noch in den Sternen. „Wir können derzeit nur an die Vernunft und Einsicht der Schweinehalter und Transportunternehmer appellieren, freiwillig auf Langstreckentransporte zu verzichten oder diese zumindest für die Tiere erträglicher zu gestalten, indem man ihnen z.B. größere Liegeflächen gewährt. Es ist ein Skandal, dass die ISN auf den Export lebender Tiere setzt, obwohl es keinen vernünftigen Grund gibt, Tiere solchen Strapazen auszusetzen", so Apel.
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