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Pressemeldung März 2010 |
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01.03.10Kein Patent auf Leben! Ab Mittwoch verhandelt das Europäische Patentamt die Einsprüche einer Verbandskoalition gegen das so genannte Kuhpatent: "Wir sind gegen dieses Patent, weil es die tierquälerische Hochleistungszucht bei Kühen maßlos vorantreibt und die bäuerliche Landwirtschaft gefährdet", so Brigitte Rusche, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes und Leiterin der Akademie für Tierschutz in Neubiberg bei München. Mit einer Protestaktion vor Verhandlungsbeginn bekräftigen die einsprechenden Verbände auch ihre Forderung nach einem grundlegenden Verbot von Tier- und Pflanzenpatenten.
Das Europäische Patentamt hatte das Kuhpatent (EP1330552) im Januar 2007 an Wissenschaftler aus Neuseeland und Belgien vergeben. Ihnen war es mit Hilfe gentechnischer Analyseverfahren gelungen, zentrale Erbeinheiten für die Milchproduktion von Kühen aufzuspüren. "Wenn das Patent Bestand hat, könnten für Milchtierzüchter über kurz oder lang hohe Lizenzgebühren fällig werden. Vor allem Kleinbetriebe, die noch Wert auf den Tierschutz legen, würde dies in den Ruin treiben. Industrielle Tierzüchter hätten dann endgültig freie Bahn, um die Leistungsspirale zu Lasten der Tiere weiterzudrehen", erklärt Rusche.
Die einsprechenden Verbände, darunter Greenpeace, Kein Patent auf Leben und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), in der auch der Deutsche Tierschutzbund organisiert ist, haben zu einer Protestkundgebung geladen: Vor dem Europäischen Patentamt in München zum Verhandlungsbeginn, am Mittwoch um 11.00 Uhr.
Mit der Veranstaltung wird zugleich die Forderung an die Politik bekräftigt, Patente auf Tiere und Pflanzen grundlegend zu verbieten. „Laut Koalitionsvertrag will die Bundesregierung keine Patente auf landwirtschaftlich genutzte Tiere und Pflanzen. Sie muss jetzt endlich handeln und dieses Verbot in Deutschland und Europa durchsetzen. Wir können nicht zulassen, dass die Tiere und die gesamte bäuerliche Landwirtschaft dem Patentroulette einzelner Wissenschaftler und Konzerne geopfert werden", so Rusche.
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