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Pressemeldung Februar 2010

 
 

18.02.10

Tierfabriken oder Bauernhöfe?

Welche Form der Landwirtschaft wollen wir - Tierfabriken oder Bauernhöfe? Dieser gesellschaftlichen Grundsatzfrage zur Entwicklung der Landwirtschaft und Tierhaltung in Deutschland widmet sich der Deutsche Tierschutzbund in der aktuellen Ausgabe seiner Zeitschrift du und das tier. Die wirtschaftlichen Interessen einiger Investoren treiben die Industrialisierung der landwirtschaftlichen Tierhaltung ungebremst voran. Und dies, obwohl die industrielle Haltung den Tieren nachweislich massive Leiden und Schmerzen zufügt und die Umwelt schädigt. Für Tierschutz, Natur und kleinbäuerliche Landwirtschaft bleibt kein Platz. Dabei sind Alternativen vorhanden.
 
Die industrielle, von der Flächengröße des landwirtschaftlichen Betriebes unabhängige Tierhaltung bringt erhebliche Probleme für Mensch, Tier und Natur mit sich. Jahr für Jahr werden 40 Millionen Küken geschreddert, weil sich die Aufzucht der männlichen Küken von Legerassen nicht lohnt. Nahezu bewegungslos, auf Vollspaltenboden gehalten vegetieren die meisten Rinder in Intensivhaltungen ihrer Schlachtung entgegen. Die agrarindustrielle Haltung von Schweinen auf Teil- oder Vollspaltenböden ohne Einstreu führt im Vergleich zu eingestreuten Haltungssystemen zu signifikant mehr und schwereren Verletzungen sowie zu Verhaltensstörungen bei den Tieren. Aspekte des Tierwohls werden in den Genehmigungsverfahren für Tierhaltungsanlagen allerdings nicht berücksichtigt.
 
Alternativen sind vorhanden: Strenge Tierhaltungsrichtlinien, Einsatz von gentechnikfreien Futtermitteln und freiwillige Abkehr von der betäubungslosen Ferkelkastration sind Eckpunkte der Richtlinien, nach denen die Bauern des NEULAND-Vereins für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung wirtschaften.
 
Die Bürger wollen nicht, dass Tiere gequält werden. Eine repräsentative Eurobarometer-Umfrage der EU-Kommission ergab 2007, dass eine Mehrheit der EU-Konsumenten die Haltung von Hennen, Masthühnern und Schweinen für verbesserungswürdig hält und auch bereit ist, einen höheren Preis für Ware zu zahlen, die unter Tierschutzaspekten erzeugt wurde. Bundesweit protestieren Bürger gegen geplante Agrarfabriken. Rund 60 Bürgerinitiativen haben sich bereits dem Netzwerk „Bauernhöfe statt Agrarfabriken" angeschlossen, das unter anderem auch durch den Deutschen Tierschutzbund koordiniert wird.
 
Weitere Themen der aktuellen Ausgabe von du und das tier sind unter anderem „Die hässliche Wahrheit über Antifalten-Botox", „Alternativen zu Tierversuchen - Fieber messen im Reagenzglas" sowie Hintergründe zu der Lage der Tierheime.

 
  Mehr zu diesem Thema:
du und das tier, Ausgabe 1/10
Netzwerk Bauernhöfe statt Agrarfabriken
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