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Pressemeldungen Januar 2010 |
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20.01.10Weitere Eisbären-Nachzucht in Nürnberg ist unverantwortlichDer Deutsche Tierschutzbund kritisiert die jüngst bekannt gewordenen Pläne des Nürnberger Tiergartens, im Frühjahr erneut Zuchtversuche mit seinen Eisbären zu unternehmen. Der Zoo hat damit bereits in jüngster Vergangenheit unrühmlich auf sich aufmerksam gemacht: Von fünf Jungtieren starben innerhalb eines Jahres vier, lediglich „Flocke" überlebte, musste aber von Hand aufgezogen werden. Trotz dieser Erfahrung will der Nürnberger Zoo auf die Haltung und Nachzucht von Eisbären offenbar nicht verzichten.
So soll laut Medienberichten erneut Eisbärmännchen Felix aus dem dänischen Zoo in Aalborg nach Nürnberg wechseln, sobald die Eisbären Flocke und Rasputin Ende Februar in den französischen Zoo „Marineland" in Antibes gebracht wurden. Felix' Aufgabe soll es nach Aussagen des Zoos sein, im Frühjahr das verbliebene Weibchen Vera zu decken. Forderungen des Deutschen Tierschutzbundes blieben somit abermals ungehört: Bereits im Jahr 2008 hat der Deutsche Tierschutzbund vor einer weiteren Nachzucht von Eisbären gewarnt. „Es muss jedem klar sein, dass auf die Haltung und Zucht von Eisbären in Gefangenschaft verzichtet werden muss", sagt Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes im Hinblick auf die Ereignisse der vergangenen Jahre im Tiergarten Nürnberg. Dies gelte aber auch für alle anderen Zoos, so die Tierschützer. „Eisbärenhaltung und -nachzucht ist im Grundsatz in Zoogefangenschaft unverantwortlich, weil dies in der Enge des Zoos nicht artgerecht geschehen kann", kritisiert Schröder weiter.
Eisbären bewegen sich in der freien Wildbahn in Revieren von vielen Tausend Quadratkilometern, während die vorgegebenen Käfiggrößen im Zoo bei wenigen Hundert Quadratmetern liegen. Selbst die größten Außengehege in Zoos sind im Vergleich zur Wildnis nur winzige Gefängnisse, die den natürlichen Bewegungsdrang der Tiere extrem einschränken. Die Tiere leiden oftmals unter Langeweile, Haltungsrestriktionen und entwickeln nicht selten Verhaltensstörungen, so genannte Stereotypien. Nachzuchten in Gefangenschaft sind extrem schwierig: Allein seit 2005 wurden in deutschen Zoos mindestens 15 Eisbären geboren, nur drei überlebten, zwei davon mussten mit der Flasche aufgezogen werden.
Der Deutsche Tierschutzbund fordert, die Eisbärenhaltung im Zoo insgesamt kritisch zu hinterfragen. Aus Sicht des Verbandes muss die Haltung von Eisbären in Zoos schnellstmöglich auslaufen.
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