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Pressemeldung Januar 2010

 
 

13.01.10

Appell zur Grünen Woche: Abkehr von der industriellen Tiermast in Deutschland


Zur Eröffnung der Internationalen Grünen Woche hofft der Deutsche Tierschutzbund auf deutliche Signale für mehr Tierschutz in der Landwirtschaft. „Die Industrialisierung der Tierhaltung wird besonders bei der Hühner- und der Kaninchenmast auf die Spitze getrieben", betont Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Mehr als 61 Millionen Hühner werden derzeit in deutschen Ställen gemästet. Gehalten werden die Tiere zu Zehntausenden in dunklen, eintönigen Hallen. Nicht weniger tierquälerisch ist die Situation der Mastkaninchen in Deutschland: Obwohl die Produktion von Kaninchenfleisch kontinuierlich ansteigt, gibt es weder in Deutschland noch in Europa rechtliche Vorgaben, welche die Haltung von Kaninchen detailliert regeln. Diese seien längst überfällig, moniert der Verband in Bonn. Zudem fordert der Deutsche Tierschutzbund erneut das Ende der betäubungslosen Ferkelkastration.
 
In Tierfabriken aufgezogen, vegetieren bis zu 24 Hühner auf einem Quadratmeter dahin. Das deutsche Recht, die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, erlaubt diese Intensivhaltung. Die Hühner leiden durch die Zucht auf schnelles Wachstum unter schmerzhaften Beinschäden sowie Herz- und Kreislauferkrankungen. Die Tiere laufen nicht umher, weil dies aufgrund der Knochen- und Gelenkprobleme sowie der Enge im Stall kaum möglich ist. So sitzen sie fast ununterbrochen auf der Einstreu, die von Tag zu Tag dreckiger und feuchter wird. Als Folge davon bilden sich bei der Mehrzahl der Tiere Entzündungen und Geschwüre an den  Fußballen. An den Schlachthöfen werden die Füße abgeschnitten und der Verbraucher bekommt die offenen Wunden und Geschwüre nie zu Gesicht. Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich für ein Ende der grausamen industriellen Massentierhaltung von Masthühnern ein. Wolfgang Apel dazu: „Wenn die Politik versagt, müssen wir Verbraucher handeln: Wenn man Hühnerfleisch essen möchte, sollte man Fleisch von Hühnern, die tiergerecht gehalten wurden, verwenden - zum Beispiel von Bauern, die sich dem NEULAND-Verein für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung oder einem Verband des Ökologischen Landbaus angeschlossen haben."
 
Kaninchenfleisch - Keine Alternative zu Rind und Schwein
 
Jedes Jahr werden circa 30 Millionen Kaninchen in Deutschland verzehrt. Doch für die Haltung von Kaninchen gibt es derzeit keine konkreten gesetzlichen Vorgaben. Die Tiere leben - ähnlich wie Legehennen in Käfigbatterien - in engen Drahtgitterkäfigen eingepfercht, in denen sie aller artgerechten Verhaltensweisen beraubt sind. „Hoppeln" oder gar „Männchen machen" ist den bewegungsfreudigen Tieren nicht möglich. Die Folge: Die Tiere werden krank. Sie leiden oft unter schmerzhaften Geschwüren an den Pfoten, Gelenkproblemen und Skelettdeformationen sowie Verhaltensstörungen wie Gitternagen und endloses Kreisen um die eigene Achse.
 
„Der Irrweg hin zur weiteren Industrialisierung der Landwirtschaft darf nicht ungehindert fortgesetzt werden. Das gilt für Kaninchen und Hühner, das muss aber auch für die 22 Millionen Ferkel gelten, die immer noch betäubungslos kastriert werden. Diese Qual muss ein Ende haben", fasst Apel abschließend die Forderungen der Tierschützer anlässlich der „Grünen Woche" in Berlin zusammen.

 
  Mehr zu diesem Thema:
Hühnermast
Kaninchenfleisch - Keine Alternative zu Rind und Schwein
Aktionsseite: Boykott der intensiven Hühnermast
Aktionsseite: Mastkaninchen
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