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Pressemeldung November 2009

 
 

25.11.09

Tierpark Lübeck: Schließung empfohlen

Der Tierpark Lübeck steht seit Jahrzehnten wegen der Haltung seiner Tiere in der Kritik. Nicht zuletzt deshalb hatte die Mehrheit der Lübecker Bürgerschaft im letzten Jahr für ein Auslaufen der Betriebserlaubnis votiert. Ausgesprochen wurde die Kündigung bis dato jedoch nicht. Nach dem der mögliche Investor Tim Sachau das Angebot den Tierpark zu kaufen zurückgezogen hat, fordert der Deutsche Tierschutzbund die Bürgerschaft erneut auf, die umgehende Kündigung des Vertrages mit dem Tierpark auf seiner morgen stattfindenden Sitzung zu beschließen. Gleichzeitig muss für eine artgerechte Unterbringung der verbliebenen Tiere gesorgt werden.
 
Aufgrund der zum Teil tierschutzwidrigen Tierhaltung steht der Tierpark seit vielen Jahren in der Schusslinie der öffentlichen Kritik. Bereits 1993 wurde der Tierpark durch mehrere unabhängige Gutachten namhafter Ethologen negativ bewertet. Kritisiert wird vor allem die Haltung der Schimpansen „Conny" und „Bimbo" sowie des Braunbären „Bruno". Ansonsten gehören zum Tierbestand vor allem heimische Haustiere wie Zwergziegen, Ponys, Schweine und Hühner, aber auch Frettchen, Waschbären und Trampeltiere. „Dort herrschen teilweise eklatante Missstände, die mit einer artgerechten Tierhaltung, wie sie durch die EU-Vorgaben festgelegt ist, nichts zu tun haben", so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Die Tierschützer fordern deshalb die rasche Schließung des Tierparks.
 
In einem Schreiben an den Umweltsenator der Stadt Lübeck, Thorsten Geißler, ruft der Deutsche Tierschutzbund die Stadt auf, für eine neue, artgerechte Unterbringung der verbliebenen Tiere zu sorgen „Diese Tiere haben einen Lebensabend in artgerechter Unterbringung verdient, anstatt ihre Zeit in den unwürdigen Behausungen des Parks absitzen zu müssen", appelliert Tierschutzbund-Präsident Apel.
 
Am Beispiel des Tierparks Lübeck erneuert der Deutsche Tierschutzbund seine grundsätzliche Haltung zu zoologischen Einrichtungen: Wenn Tiere in Zoos gehalten werden, muss gewährleistet sein, dass die Tiere frei von Schmerz, Leiden und Schaden gehalten werden. Auch muss der künstlich geschaffene Lebensraum hinsichtlich seiner Größe, des Klimas und der Struktur so gestaltet sein, dass die Tiere ihren artgemäßen Bedürfnissen nachkommen und ihr Sozialverhalten ausleben können.

 
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