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Pressemeldung November 2009


 
 

20.11.09


Neue EU-Versuchstierrichtlinie muss den Schutz der Tiere verbessern, nicht verwässern

Am kommenden Dienstag (24.11.09) finden die letzten Trialoggespräche zwischen der Europäischen Kommission, dem EU-Ministerrat und dem Europäischen Parlament statt, mit dem Ziel, einen Kompromisstext für die neuen Regelungen zum Schutz der Versuchstiere zu finden. Der Deutsche Tierschutzbund fordert die deutschen Teilnehmer dieses Gespräches auf, bei der Überarbeitung der EU-Versuchstierrichtlinie den Schutz der Versuchstiere deutlich zu verbessern.
 
Nach jetzigem Stand wird offenbar in der Europäischen Union (EU) angestrebt, dass verfügbare tierversuchsfreie Methoden gar nicht unbedingt anstelle von Tierversuchen verwendet werden müssen. Die Rede ist auch davon, dass solche Methoden überhaupt nur dann berücksichtigt werden müssen, wenn sie behördlich anerkannt sind - eine untragbar hohe Hürde, die darüber hinaus für viele Bereiche, in denen Tierversuche durchgeführt werden, gar keinen Sinn macht. Hiermit würde ein in Deutschland und anderen Ländern seit Jahren bestehender Konsens aufgekündigt, dass grundsätzlich verfügbare Alternativmethoden auch verpflichtend angewendet werden müssen. „Der Schutz der Versuchstiere in Deutschland darf sich durch die neue EU-Richtlinie nicht verschlechtern. Eine Forschung, ohne dass Tiere dafür leiden und sterben müssen, sollte das Ziel unserer Gesellschaft sein", mahnt deshalb Brigitte Rusche, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes.

Kommission, Rat und Europaparlament wollen sich noch bis zum Ende des Jahres einigen. Um seinen Forderungen erneut Nachdruck zu verleihen, hat sich der Deutsche Tierschutzbund im Vorfeld der Gespräche wiederholt an Vertreterinnen und Vertreter der Bundesregierung und des EU-Parlamentes gewandt, die mit der Verhandlungsführung betraut sind.
 
„Besonders Besorgnis erregend ist, dass im Laufe des Verhandlungsprozesses die Regelungen zum Schutz der Versuchstiere immer lascher werden. Es wäre eine Katastrophe, wenn Deutschland durch die neu gefasste Versuchstierrichtlinie gezwungen werden könnte, seine jahrzehntelangen Tierschutzstandards, die aus unserer Sicht schon erheblich zu lasch sind, noch weiter aufzuweichen", so Brigitte Rusche. „Bei den anstehenden Gesprächen am Dienstag muss endlich auch wieder der Schutz der Tiere in den Vordergrund gerückt werden. Es müssen Rechtsvorgaben formuliert werden, die Tierversuchen endlich wirksame Grenzen setzen", so Brigitte Rusche abschließend.
 
Der Verbrauch an Versuchstieren steigt indes weiter an. Aktuellen Zahlen zufolge wurden allein in Deutschland 2008 2,7 Millionen Wirbeltiere - und damit 3,2% mehr als im Vorjahr - in Laboren verwendet. Der politische und gesellschaftliche Konsens, dass die Zahl der Tierversuche reduziert werden muss, sollte sich in strengeren Auflagen für die Durchführung von Tierversuchen niederschlagen. Doch nun drohen sogar Verschlechterungen.
 
Die Gespräche am 24. November sollen die letzten Trialoggespräche zwischen Kommission, Rat und Europaparlament sein. Bis Ende des Jahres, beziehungsweise Anfang 2010, soll dann die neue EU-Versuchstierrichtlinie verabschiedet werden.
 

 
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