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Ferkelkastration |
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Das Tierschutzgesetz soll Tiere schützen. Leider gilt das bisher nicht für 22 Millionen männliche Ferkel, die in Deutschland jährlich betäubungslos kastriert werden. Der Grund, warum männliche Ferkel überhaupt kastriert werden, ist der unangenehme Geruch und Geschmack („Ebergeruch"), den das Fleisch von Ebern bzw. unkastrierten männlichen Mastschweinen haben kann.
Die Hoden von Ebern produzieren männliche Geschlechtshormone und geschlechtsspezifische Ebergeruchsstoffe. Diese werden über das Blut in den ganzen Körper, auch in das Muskelfleisch, verteilt. Wird das Fleisch erhitzt, kann dies zu unangenehmen Geruchs- und Geschmacksveränderungen führen. Die ersten Praxisversuche zeigen, dass der Anteil der betroffenen Tiere bei ungefähr fünf Prozent der Jungeber liegt. |
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Betäubungslose Ferkelkastration muss aufhörenDas deutsche Tierschutzgesetz schreibt in Paragraph 5 vor, dass ein schmerzhafter Eingriff bei einem Wirbeltier nicht ohne Betäubung durchgeführt werden darf. Es lässt allerdings die Ausnahme zu, dass Ferkel bis zu ihrem siebten Lebenstag ohne Betäubung kastriert werden dürfen (Tierschutzgesetz, Paragraph 5, vierter Abschnitt „Eingriff an Tieren"). Der Deutsche Tierschutzbund fordert, diesen Ausnahme-Passus zu streichen.
Für die Tiere wäre es das Beste, vollständig auf die Kastration zu verzichten (Ebermast). Gäbe es die Möglichkeit, mithilfe von elektronischen "Spürnasen" (Detektoren) geruchsbelastetes Fleisch von anderem Fleisch zu unterscheiden, stünde der Ebermast auch nichts mehr im Wege. Die Landwirte würden sich freuen, denn auch für sie hat die Ebermast Vorteile gegenüber der Kastration mit Betäubung: Sie ist die kostengünstigste und arbeitswirtschaftlichste Variante. Deshalb wird sich auch kein Landwirt gegen diese Methode sperren, wenn sie einsatzfähig ist.
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Forschung muss vorangehenEine „elektronische Nase" zur Erfassung des Ebergeruchs am Schlachtband gibt es jedoch noch nicht. Selbst bei praxisorientierter Forschung, die der Deutsche Tierschutzbund in der QS-Plattform, in der Handel und Fleischindustrie vertreten sind, immer wieder einfordert und vorantreibt, müssen wir bei optimistischen Schätzungen mit einer Entwicklungszeit von mindestens fünf Jahren rechnen.
Trotzdem dürfen wir nicht warten. Auch heute müsste schon kein Ferkel mehr unter Schmerzen bei der Kastration leiden. Es gibt praxistaugliche und tierschutzkonforme Methoden, die sofort angewendet werden könnten. Hierzu gehört die so genannte Impfung gegen den Ebergeruch sowie die Narkose mit Isofluran. Ausführliche Informationen über die Methoden finden Sie im Informationspapier zur "Kastration männlicher Ferkel: Mögliche Alternativen", dass Sie unten auf dieser Seite als PDF herunterladen können.
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NEULAND machte es vorSeit Mai 2008 werden alle männlichen Ferkel auf NEULAND-Zuchtbetrieben unter Isofluran-Vollnarkose kastriert. Die Narkosewirkung ist sehr gut, die Kastration wird schmerzfrei durchgeführt. Zur Abdeckung des Wundschmerzes nach der Narkose (postoperativer Schmerz) erhalten die Ferkel zusätzlich ein Schmerzmittel.
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