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Pressemeldung November 2009


 
 

10.11.09


Keine Tierqual zu St. Martin

Verbraucherinnen und Verbraucher, die in diesen Tagen nicht auf den traditionellen Gänsebraten verzichten wollen, sollten bei der Wahl des Fleisches darauf achten, keine Gänse aus Massentierhaltung zu kaufen. Viele der Wasservögel werden unter tierquälerischen Bedingungen gehalten. Praktischer Tierschutz kann auch beim traditionellen Martinsfeuer betrieben werden: Die Verantwortlichen sollten bedenken, dass sich Wildtiere in dem aufgeschichteten Reisig oder Holz versteckt haben könnten und Gefahr laufen, in den Flammen leidvoll umzukommen.
 
Bei vielen Familien steht nicht erst zu Weihnachten, sondern schon zu St. Martin die traditionelle Gans auf dem Festtagsspeiseplan. Dass 80 Prozent der in Deutschland verkauften Gänse aus dem Ausland stammen und dort größtenteils in industrieller Intensivhaltung leben mussten, ist kaum bekannt. Um zusätzlich zum Fleisch Stopfleber zu gewinnen, wird den in Käfigen gehaltenen Gänsen täglich eine riesige Menge Futterbrei über einen Schlauch direkt in den Magen gepumpt. Diese Grausamkeit ist in Deutschland zwar verboten, der Import von Stopfleber ist jedoch genauso erlaubt wie der des Fleisches derart gequälter Gänse.
 
Um die Intensivhaltung zu verschleiern werden die Tiere zum Teil mit irreführenden Bezeichnungen angeboten: beispielsweise suggerieren Begriffe wie „vom Bauernhof" oder „Landkorngans" eine artgerechte Haltung. Die Tierschützer fordern deshalb nicht nur ein Ende der tierquälerischen Haltungsbedingungen und verbindliche Gesetze zur Haltung von Gänsen, sondern auch ein Verbot von beschönigenden Bezeichnungen. Wer für sein Festtagsmenü noch nicht ganz auf Fleisch verzichten möchte, sollte auf die gesetzlich geschützten Kennzeichnungen ‚Auslaufhaltung', ‚bäuerliche Auslaufhaltung', ‚bäuerliche Freilandhaltung', ,Bio-'‚ oder ‚Ökogans' achten. Diese stehen für eine artgerechte Haltung der Tiere mit Auslauf. Doch auch hier gilt: Hände weg von Fleisch mit dem Zusatz „aus Fettleberproduktion".
 
Martinsfeuer werden oft unwissentlich zur Feuerhölle für Wildtiere. Hölzer und Äste, die zum Reisighaufen zusammengetragen wurden, bieten einen trockenen und warmen Unterschlupf für Igel und andere Kleintiere. An die für das traditionelle Martinsfeuer Verantwortlichen in Vereinen, Gemeinde- und Stadtverwaltungen appelliert der Deutsche Tierschutzbund deshalb, Vorsorge zu treffen. So sollte der Holzstoß oder Reisighaufen erst kurz vor der Feier zusammengetragen und aufgeschichtet werden oder unbedingt vor dem Anzünden noch einmal untersucht und vorsichtig umgeschichtet werden.

 
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