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Pressemeldung Oktober 2009

 
 

20.10.09

Kinostart von „Die Bucht“ – Deutscher Tierschutzbund sieht auch deutsche Delfinarien in der Mitverantwortung

In dieser Woche startet der Film „Die Bucht" offiziell in den deutschen Kinos. Die Dokumentation von Delfinschützer Ric O'Barry macht erstmals das ganze Ausmaß der Delfintreibjagden in Japan und die Verstrickungen der Delfinarienindustrie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Der Deutsche Tierschutzbund erinnert daran, dass auch in Deutschland noch immer Delfine in Gefangenschaft gehalten werden.
 
Bei Treibjagden in Japan werden jedes Jahr Tausende Delfine und Kleinwale brutal für den Fleischkonsum getötet. Besonders kräftige und schöne Exemplare werden allerdings lebend gefangen und an Delfinarien in aller Welt verkauft. Erst dieses Geschäft macht das grausame Treiben finanziell lukrativ. Auch in Deutschland leben noch immer zahlreiche Meeressäuger in Gefangenschaft. Nach Ansicht des Deutschen Tierschutzbundes trifft die deutschen Delfinarien eine Mitschuld an der grausamen Jagd, heizen sie doch mit der Zurschaustellung der Tiere die weltweite Nachfrage mit an.
 
Die Tierschützer kritisieren, dass die Delfinarien in Nürnberg, Duisburg und Münster versuchen, der Bevölkerung eine heile Welt vorzutäuschen, die nichts mit den erschütternden Bildern der japanischen Treibjagden zu tun haben sollen. Auch wenn die in Deutschland gehaltenen Tiere nicht aus Japan stammen, so sind dennoch Wildfänge darunter. Diese stammen zum Beispiel aus Kuba und Florida, weil der Bestand nicht durch Nachzuchten allein aufrecht erhalten werden kann. Die Zoobesucher erfahren allerdings meist nichts über die wahren Hintergründe der Delfinhaltung.
 
„Die intelligenten Meeressäuger fristen in engen Betonbecken ein trauriges Dasein. Wenn der Öffentlichkeit vorgegaukelt wird, dass Delfine artgerecht gehalten werden können, so schafft man automatisch eine Nachfrage, egal ob in Deutschland oder anderswo, die auf grausame Art und Weise befriedigt wird", stellt Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Verbandes klar.
 
Der Deutsche Tierschutzbund fordert seit langem ein Ende der tierschutzwidrigen Gefangenschaftshaltung von Delfinen. Aus Sicht der Tierschützer ist es den Tieren dort unmöglich, artgemäße Verhaltensweisen auszuleben. Zahlreiche Todesfälle seien die Folge. So starben in den letzten sieben Jahren allein im Delfinarium Nürnberg zehn Delfine.

 
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