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Pressemeldung Oktober 2009 |
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15.10.09Rodeo in Werlte: Einer Volksbelustigung auf Kosten der Tiere muss Einhalt geboten werdenAm kommenden Wochenende soll im niedersächsischen Werlte eine Rodeoveranstaltung stattfinden. Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband in Niedersachsen stellen dazu klar, dass Rodeo nichts mit Tierwohl zu tun hat. In einem Brief forderte der Bundesverband das zuständige Veterinäramt des Landkreises Emsland bereits auf, die erteilten Auflagen für das Rodeo zu überwachen und das „Bullenreiten" zu untersagen. Die Tierschützer bitten die Bevölkerung, die Veranstaltung zu boykottieren.
Das Schreiben an das Veterinäramt führte bereits zu einem Erfolg: Das Bullenreiten wurde für die Rodeoveranstaltung verboten. Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt diese Untersagung durch das Veterinäramt und deren Ankündigung, den niedersächsischen Erlass zu Rodeoveranstaltungen konsequent umsetzen zu wollen. Dieser verbietet unter anderem die Nutzung von Flankengurt und Sporen. Die Tierschützer erwarten nun, dass die Gerichte dem Widerspruch des Rodeo-Veranstalters nicht folgen und das verhängte Verbot bestätigen.
„Rodeo ist kein Sport und viele Tiere leiden darunter. Wissenschaftliche Gutachten belegen klar, dass Rodeo eine unzeitgemäße Volksbelustigung auf Kosten der Tiere ist", erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Was dem Zuschauer als ursprüngliche Wildwest-Romantik verkauft wird, ist für die Pferde und Rinder mit Schmerzen, Angst und Stress verbunden. Auch sind die zur Schau gestellten Pferde in der Regel keine Wildpferde. Die Tiere wurden häufig für wenig Geld eingekauft und gelten als „nicht reitbar". Damit sie in der Arena die gewünschten vehementen Abwehrreaktionen zeigen, werden sie zuvor und außer Sichtweite des Publikums auf unterschiedlichste Weise traktiert. Noch nach Jahren im Showgeschäft zeigen die Pferde keine Gewöhnung; neben völliger Abstumpfung, Nervosität und Abwehrbewegungen entwickeln sie schwere Verhaltensstörungen. Beim Bullenreiten werden die natürlichen Abwehrreaktionen allein für den Showeffekt produziert. „Die vorsätzliche Reizung und Gefährdung der Tiere ist mit dem Tierschutzgedanken in keiner Weise zu vereinbaren", erklärt Vera Steder, Vorsitzende des Landesverbandes.
Der Deutsche Tierschutzbund fordert ein bundesweites Verbot aller Rodeo-Disziplinen. Die meisten Bundesländer haben bereits einen Erlass für ihr Bundesland herausgegeben, welcher die schlimmsten Disziplinen und Hilfsmittel beim Rodeo verbietet. Eine einheitliche Regelung fehlt jedoch bisher. Auch werden immer wieder Erlässe wegen mangelnder Rechtsverbindlichkeit missachtet, bemängelt der Verband, auch entscheiden die Gerichte von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.. Die Bevölkerung bittet der Deutsche Tierschutzbund, Rodeo- Veranstaltungen grundsätzlich zu boykottieren.
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