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Pressemeldung Oktober 2009

 
 

08.10.09

Welt-Ei-Tag: Immer noch Millionen von Legehennen in herkömmlichen Käfigbatterien

Weniger Platz zum Leben als ein DIN-A4-Blatt - Legehennen in Deutschland leben nach wie vor unter katastrophalen Bedingungen. Darauf macht der Deutsche Tierschutzbund anlässlich des Welt-Ei-Tages am 9. Oktober aufmerksam. Auch die seit Beginn des Jahres geltende Haltung in Kleingruppenkäfigen, die den Tieren gerade einmal eine Taschenbuchseite mehr Platz ermöglicht, reicht für eine artgerechte Haltung der Hennen nicht aus. Skandalös: Selbst die Umstellung auf die neue Käfighaltung wird von der Eierindustrie offenbar vorsätzlich verschleppt: In Niedersachsen herrscht noch die herkömmliche Käfigbatteriehaltung vor.
 
So werden in Niedersachsen mit rund 3 Mio. Legehennen offenbar immer noch knapp ein Fünftel der Tiere in den herkömmlichen Käfigbatterien gehalten. Dies teilt das Niedersächsische Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf eine Kleine Anfrage der Landtagsfraktion Bündnis90/Die Grünen an die Landesregierung mit. Per Gesetz ist die Käfighaltung eigentlich seit Anfang 2009 untersagt. Einige Betreiber haben jedoch Sondergenehmigungen bis Ende 2009 erhalten, allein elf Betriebe würden sogar gegen geltendes Recht verstoßen und über 700.000 Legehennen illegal halten. Das Landesministerium lässt dazu nur lapidar mitteilen, „dass man Ordnungswidrigkeiten prüfen werde". Die Betreiber von tierwidrigen Kleingruppenkäfigen haben in Niedersachsen zudem immer noch Sonderrechte, zu Lasten der Tiere. Laut einem „Ehlen-Erlass" dürfen die Hühner enger gehalten werden, als nach Verordnung erlaubt. „Die Eierbarone haben in Niedersachsen offenbar alles im Griff. Das Leid der Legehennen geht weiter", kritisiert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes das Verhalten der Landesregierung scharf.
 
Dabei hat der Handel den Wunsch der Verbraucher längst erkannt, das Frühstücksei aus Käfighaltung sucht man in nahezu allen Discountern und Handelsketten mittlerweile vergeblich. Die Dorint-Guppe handelt konsequent und verzichtet bereits seit längerer Zeit freiwillig in ihren Hotels auf Eier mit Ziffer 3 (Käfighaltung). Unternehmen wie Dr. Oetker, Griesson/de Beukelaer oder MARS Süßwaren Europa verwenden ebenso keine Käfigeier mehr. Die Zahl der Unternehmen, die vorbildlich handeln, wächst damit täglich, betont Apel: "Das müssen noch mehr werden. Wir fordern die eierverarbeitende Industrie auf, den Verbraucher nicht länger zu täuschen. Es muss eine klare Deklaration her, aus welcher Haltungsform die Eier stammen." Der Deutsche Tierschutzbund ruft die Verbraucher noch einmal nachdrücklich zum Boykott von Käfigeiern auf.

 
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