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Pressemeldung September 2009 |
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28.09.09Ziegenelend durch die Hintertür? Scharfe Kritik am Investor und Gemeinderat Flecken/PolleDer plötzliche Abbruch des historischen Rinderstalles auf der Domäne Heidbrink (Landkreis Holzminden, Niedersachsen), veranlasst durch die Firma Petri (Petrella-Käse), soll offenbar vollendete Tatsachen für den Bau der geplanten Ziegenfabrik schaffen. Zwar hat gestern der Gemeinderat Flecken/Polle eine Empfehlung ausgesprochen, das Landschaftsschutzgebiet aufzuheben, um den Weg für den Bau freizumachen. Klar ist aber auch, betont der Deutsche Tierschutzbund, dass mit dieser aus Sicht des Tier-, Umwelt- und Naturschutzes nicht nachvollziehbaren Empfehlung noch keine Baugenehmigung verbunden ist. Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert das Vorgehen des Investors daher scharf und fordert die Politik auf, sich von dem Investor nicht vorführen zu lassen. Der Samtgemeinderat Polle wird am kommenden Montag dem Kreistag Holzminden eine Empfehlung geben, ob das Landschaftsschutzgebiet auf der „Domäne" Heidbrink aufgehoben werden soll.
„Das ist auch dem Investor bekannt, der mit dem Abriss offenbar vollendete Tatsachen schaffen will, ohne jede Rücksicht auf das Allgemeinwohl und die Entscheidung aller demokratisch gewählten Gremien. Das darf die Politik sich nicht gefallen lassen. Wir setzen darauf, dass der Samtgemeinderat Polle das Landschaftsschutzgebiet nicht einem Ziegenelend opfern will und dass sich dessen Mitglieder geschlossen gegen den Bau aussprechen", so Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes.
„Diese industrielle, ganzjährige Stallhaltung von über 7.500 Ziegen ohne Weidegang ist nicht artgerecht und verstößt darüber hinaus gegen EU-Vorgaben zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlichen Tierhaltungen", ergänzt Vera Steder, die Vorsitzende des Landesverbandes Niedersachsen.
Der Deutsche Tierschutzbund kämpft gemeinsam mit seinem Landesverband Niedersachsen und dem örtlichen Tierschutzverein gegen das Projekt. Mit dem Bau würde erstmals in Deutschland eine industrielle Ziegenhaltung realisiert. Auf der „Domäne" Heidbrink sollen künftig in drei Großställen jeweils bis zu 2.500 Milchziegen gehalten werden, insgesamt über 7.500 Tiere. Hinzu kommen nach Schätzungen des Deutschen Tierschutzbundes jährlich mindestens 7.500 Lämmer, vermutlich werden es noch mehr Tiere. Mit dem Landesverband Niedersachsen und dem örtlichen Tierschutzverein ist sich der Deutsche Tierschutzbund einig, dass alle Planungen und Abrissarbeiten umgehend eingestellt werden müssen.
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