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Pressemeldung September 2009

 
 

17.09.09

Wieder Lebendtiertransporte in Drittländer?

Nach Informationen des Deutschen Tierschutzbundes wird auf der heutigen Herbstkonferenz der Agrarminister von Bund und Ländern in Eisleben auch das Thema Tiertransporte in Drittländer beraten. Der Verband in Bonn begrüßt diesen längst überfälligen Tagesordnungspunkt und fordert, dem Antrag von Mecklenburg-Vorpommern zu folgen: In diesem wird das Bundeslandwirtschaftsministerium gebeten, Vereinbarungen mit Drittländern so zu fassen, dass der Transport lebender Schlachttiere ausgeschlossen wird. Darüber hinaus soll sich das Ministerium bei den anstehenden Verhandlungen zur europäischen Tiertransportgesetzgebung für eine Begrenzung der Transportzeiten für Schlachttiere auf acht Stunden einsetzen. Ebenso wie für eine Überprüfung der Platzvorgaben für die Tiere im Sinne des Tierschutzes.
 
Im Juli hatte das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz verkündet, dass Libyen den Markt für deutsche Rinder sowie Rindererzeugnisse öffnet. Die Veterinärdienste beider Länder hätten entsprechende Vereinbarungen unterzeichnet, die auch die Ausfuhr von deutschen Zucht- und Schlachtrindern nach Libyen beinhalten. „Es wäre ein Skandal, wenn qualvolle Tiertransporte in außereuropäische Länder ausgerechnet von Deutschland aus wieder angekurbelt werden. Die Wählerinnen und Wähler haben sicher kein Verständnis dafür, wenn nun wieder Tiere von hier aus Tage und Wochen lang um die Welt gekarrt werden und dabei Höllenqualen erleiden", kritisiert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, diese Entwicklung scharf. Im Dezember 2005 hat die EU die Abschaffung der Exportsubventionen für die Ausfuhr lebender Schlachtrinder in Drittländer beschlossen. Mit dem Abdrehen des blutigen Geldhahns für europäische Schlachttierexporte kam der Export lebender Schlachttiere in Drittländer quasi zum Erliegen.
 
Jährlich werden über 360 Millionen Tiere in Europa und über seine Grenzen hinweg transportiert - Geflügel nicht eingerechnet. Unbegrenzte Transportzeiten, qualvolle Enge, drückende Hitze und quälender Durst - so sieht die Realität bei Transporten lebender Tiere in Europa noch immer aus. Pferdetransporte von Litauen nach Italien, Schweinetransporte von Dänemark nach Osteuropa: Es gibt kein Limit, wann ein Transport enden muss. Vielfach werden die Tiere tagelang durch Europa und weiter gekarrt, nur um geschlachtet zu werden - damit die Agrarindustrie ein paar Cent mehr Profit pro Schlachttier einstreicht. „Es gibt keinen vernünftigen Grund dafür, dass Tiere solchen Strapazen ausgesetzt werden", so Apel abschließend.

 
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