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Pressemeldung August 2009 |
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28.08.09Kein Mäusetod mehr für Speisemuscheln? Tierversuch in EFSA-Gutachten als unzuverlässig nachgewiesenDie Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) hat in einem Bericht die Unzuverlässigkeit eines EU-weit vorgeschriebenen Tierversuchs zum Nachweis von Giftstoffen in Speisemuscheln festgestellt. Bei dem Versuch werden Mäusen pürierte Muscheln in die Bauchhöhle gespritzt, um ihre Unbedenklichkeit nachzuweisen. Der Tierversuch wird bisher durchgeführt, um zu verhindern, dass Muscheln auf den Markt gelangen, die für den Menschen gefährliche Gifte (Muscheltoxine) enthalten. „Endlich liegt jetzt die behördliche Bestätigung vor, um diesen sinnlosen und qualvollen Tierversuch abzuschaffen. Es gibt schon lange tierversuchsfreie und sichere Methoden, die bisher an bürokratischen Anerkennungsverfahren gescheitert sind", erklärt Brigitte Rusche, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes und Leiterin der Akademie für Tierschutz.
EU-Vorschriften verlangen seit Beginn der 90er Jahre in allen EU-Mitgliedsstaaten den Tierversuch. Und das, obwohl Deutschland einen entsprechenden Nachweis bereits seit Ende der 80er Jahre mit chemisch-physikalischen Methoden durchführt - tierversuchsfrei, schnell, zuverlässig und äußerst genau. Es ist kein einziger Fall bekannt, dass Menschen durch tierversuchsfrei getestete Muscheln zu Schaden gekommen wären. Trotzdem werden im Herkunftsland bisher auch für Muscheln, die in Deutschland auf die Speisekarte gelangen, die unzuverlässigen Tierversuche durchgeführt. Die Experten der Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes appellieren nach dem Bekanntwerden des EFSA-Gutachtens an die Europäische Kommission, den in Fachkreisen „Maus-Bioassay" genannten Test so schnell wie möglich durch tierversuchsfreie Nachweisverfahren zu ersetzen. Der Deutsche Tierschutzbund hatte schon seit 2006 Druck auf die Europäische Kommission ausgeübt, damit dieser unzuverlässige Test aus den Vorschriften gestrichen wird, und sieht sich in seiner konsequenten Haltung jetzt bestätigt. Damals hätte die Einführung des Europäischen Lebensmittelhygienepakets die Chance für die EU-weite Durchführung der tierversuchfreien Muscheltestverfahren eröffnet - doch die EU-Kommission hatte sie trotz aller Proteste vertan.
„Dieses Gutachten ist ein weiterer Beleg, dass Tierversuche nicht zielführend sind. Es ist damit ein Sieg für den Tierschutz und den Verbraucherschutz zugleich. Jetzt geht es darum, das tierversuchsfreie Verfahren zu etablieren, europaweit. Das ist ein Beitrag zum Tierschutz, aber auch zur Sicherheit des Verbrauchers", erklärt Rusche.
Das Beispiel des „Maus-Bioassy" zeigt, dass Tierversuche nicht nur grausam sind, sondern auch unsicher und durch ihre ungenauen Ergebnisse Menschen gefährden können. Tierversuchsfreie Methoden sind da und einsatzbereit, werden aber nicht zugelassen, solange man nicht jahrelang ihre „Tauglichkeit" überprüft hat. Dagegen wird für den Tierversuch im seltensten Fall so ein starres Bewertungsprogramm erwartet.
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