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Pressemeldung August 2009

 
 

25.08.09

Ziegenelend in Niedersachsen

Nach dem umstrittenen Verkauf der Landesdomäne Heidbrink (Lkr. Holzminden) an die Firma Petri (Petrella-Käse) sind nun erste konkrete Planungen für die größte Ziegenfabrik Europas bekannt geworden. Damit würde erstmals in Deutschland eine industrielle Ziegenhaltung realisiert. Der Deutsche Tierschutzbund kämpft gemeinsam mit seinem Landesverband Niedersachsen und dem örtlichen Tierschutzverein gegen das Projekt, das zudem in einem Landschaftsschutzgebiet geplant ist. Die industriell geprägte Ziegenhaltung verstößt gegen jegliche Tier-, Natur- und Umweltschutzbestimmungen. Die Tierschützer fordern daher gemeinsam den sofortigen Planungsstopp.  
 
Auf der „Domäne" Heidbrink sollen zukünftig in drei Großställen jeweils bis zu 2.500 Milchziegen gehalten werden, insgesamt über 7.500 Tiere. Hinzu kommen nach Schätzungen des Deutschen Tierschutzbundes jährlich mindestens 7.500 Lämmer (vermutlich sogar noch wesentlich mehr) und eine unbekannte Zahl von Ziegenböcken. „Das ist ein Ziegenelend, das mit Tier-, Natur- und Umweltschutz unvereinbar ist. ", so Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes. Mit dem Landesverband Niedersachsen und dem örtlichen Tierschutzverein ist sich Schröder einig, dass alle Planungen umgehend eingestellt werden müssen. Der Deutsche Tierschutzbund betont zudem, dass Intensiv- bzw. Großtierhaltungen für Mensch und Tier keine nachhaltige und zukunftsträchtige Entwicklung für die ländlichen Räume sein kann.
 
Der Kreistag von Holzminden wird im Oktober darüber entschieden, ob das jetzige Landschaftsschutzgebiet auf der „Domäne" Heidbrink aufgehoben werden soll. Der Deutsche Tierschutzbund warnt eindringlich davor, im jetzigen Landschaftsschutzgebiet eine geplante Großanlage zur Haltung von Ziegen zu realisieren. „Solche industriellen, ganzjährigen Stallhaltungen von Ziegen ohne Weidegang sind nicht artgerecht und verstoßen darüber hinaus gegen EU-Vorgaben zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlichen Tierhaltungen", so Vera Steder, Vorsitzende des Landesverbandes Niedersachen.
 
Die Tierschützer stellen klar, dass die Haltung von Ziegen als Hochleistungstiere, wie bei Milchkühen, haltungsbedingte Krankheiten und eine Verkürzung der Lebenserwartung nach sich zieht. Bei einer reinen Stallhaltung würden die arttypischen Bedürfnisse, insbesondere das Bewegungsbedürfnis, der Tiere nicht erfüllt. Die Fütterung mit großen Mengen Kraftfutter, um die Milchleistung zu erhöhen, führt zu akuten oder chronischen Erkrankungen.

 
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