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Pressemeldung Juli 2009

 
 

07.07.09


Deutscher Tierschutzbund: Angekündigte Schlachttierexporte nach Libyen sind ein Skandal!

Nach einer aktuellen Meldung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz öffnet Libyen seinen Markt für deutsche Rinder sowie Rindererzeugnisse. Die Veterinärdienste beider Länder haben entsprechende Vereinbarungen für die Ausfuhr von deutschen Zucht- sowie Schlachtrindern nach Libyen unterzeichnet. Darüber hinaus soll der Handel mit Tieren und tierischen Erzeugnissen gestärkt und ausgebaut werden. „Es ist ein Skandal, dass solch qualvolle Tiertransporte in außereuropäische Länder ausgerechnet von Deutschland aus wieder beginnen und sogar befördert werden sollen. Wir dachten, dass dieses unrühmliche Kapitel längst der Vergangenheit angehört", so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
 
„Die aktuelle Ankündigung des Staatssekretärs ist ein Schlag ins Gesicht der tierlieben Bevölkerung. Jahrelang haben alle politischen Parteien in Deutschland beteuert, dass sie vehement für die Begrenzung von Schlachttiertransporten eintreten und nur die EU die Umsetzung verhindern würde. Die Wählerinnen und Wähler haben sicher kein Verständnis dafür, wenn nun wieder Tiere von Deutschland Tage und Wochen lang um die Welt gekarrt werden und dabei Höllenqualen erleiden müssen, nur um am Zielort geschlachtet zu werden. Dann wird es wieder zu katastrophalen Zuständen bei der Verladung von Rindern mit dem Ziel Naher Osten kommen, wie wir das bereits in den Jahren 1991,1996, 2000 und 2005 dokumentiert hatten", so Apel. Er erlebte als Augenzeuge hautnah die Tierqual bei Verladung und tagelangem Transport auf dem Weg von Norddeutschland über Südfrankreich bis nach Beirut. Hilflos musste Apel mit ansehen, wie lebende Rinder im Hafen Beirut an Seilwinden hängend ausgeladen und mit gebrochenen Gliedmaßen zum Schlachthof transportiert wurden. Damals begleitete er ein ZDF-Kamerateam mit dem Dokumentarfilmer Manfred Karremann. Nicht zuletzt die Filmdokumentation "Endstation Beirut" hat die EU dazu bewegt, die Exportsubventionen für die Ausfuhr von lebenden Schlachtrindern in Drittländer abzuschaffen.
 
Der Deutsche Tierschutzbund fordert von der Bundesregierung, alles zu unterlassen, was Langzeittransporte und damit unsägliches Tierleid befördert und sich stattdessen vehement für die definitive zeitliche Begrenzung von Tiertransporten stark zu machen - insbesondere vor dem Hintergrund, dass die derzeit geltende EU-Verordnung aktuell bezüglich der Transportzeiten und Ladedichten von Tiertransporten überarbeitet wird.
 
Der Deutsche Tierschutzbund unterstützt unter anderem die Initiative "8hours", die von der Europaabgeordneten Dagmar Roth-Behrendt (D) und Dan Jørgensen (DK) gegründet wurde.
 

 
  Mehr zu diesem Thema:
Thema: Tiertransporte
Aktion: Stoppt qualvolle Tiertransporte
Die Reise eines Rindes von Emden nach Beirut
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