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Pressemeldung Februar 2009 |
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16.02.09Jungjäger in NRW schießen 569 Tauben – Deutscher Tierschutzbund kritisiert Jagdpraxis in DeutschlandDer Jungjägerstammtisch und die Jungen Jäger der Kreisjägerschaft Steinfurt-Tecklenburg (Nordrhein-Westfalen) schossen Presseberichten zufolge Anfang Februar bei einer gemeinsamen Taubenjagd in Ochtruper Revieren insgesamt 569 Tauben sowie mehrere Elstern und Rabenkrähen. Für den Deutschen Tierschutzbund ein Beleg für die verfehlte Jagdpraxis in Deutschland.
Zu der Jagd waren offensichtlich viele Jäger aus dem weiteren Umfeld angereist. Bejagt wurden Ringeltauben, Elstern und Rabenkrähen. Als Begründung für den Tod hunderter Vögel wurden angebliche landwirtschaftliche Schäden ins Feld geführt, welche „die stark zugenommene Taubenpopulation verursacht hätte“, so die Mitteilung der Jäger.
„Das Beispiel zeigt wieder einmal, dass es den Jägern weder um Hege, Naturschutz oder Tierschutz geht, sondern dass sie vor allem an Jagderfolg interessiert sind. Für die Jagd auf Tauben gibt es keinen vernünftigen ökologischen Grund, die angeblichen Fraßschäden sind zu gering und hier wohl nur als Scheinargument angeführt“, so Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes. Weiter kritisierte Schröder eine derartige Jagdpraxis als Ausdruck eines verfehlten Naturverständnisses: „Die Jagd ist für viele ein Freizeitvergnügen, eine regelrechte `Gaudi`. Scheinbar betrachten viele es als besonderes Privileg, zu einer `Elite` zu gehören. Jäger bezeichnen sich gerne als diejenigen, die die Verantwortung für Tier und Natur übernehmen. Doch ihre Praktiken stehen dazu im krassen Widerspruch.“
Der Deutsche Tierschutzbund fordert seit vielen Jahren eine Novellierung des Bundesjagdgesetzes, denn die in Deutschland übliche „waidgerechte“ Jagd lässt sich mit Tier- und Naturschutz nicht vereinbaren. Zu den wichtigsten Forderungen gehören unter anderem eine Verkürzung der Liste jagdbarer Tierarten, verkürzte Jagdzeiten, ein Verbot tierschutzwidriger Jagdmethoden wie der Fallen- und der Beizjagd sowie ein Fütterungsverbot und ein Ende des Haustierabschusses. Die dringend notwendige Modernisierung und Ökologisierung des Jagdrechtes wird von allen großen deutschen Natur- und Tierschutzverbänden unterstützt, bisher von der Politik aber nicht aufgegriffen oder sogar blockiert, so der Verband in Bonn.
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