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Pressemeldung Dezember 2008 |
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19.12.08Tierleid: Deutscher Tierschutzbund erstattet Anzeige gegen SchlachthofbetreiberDer Deutsche Tierschutzbund erstattete heute Anzeige gegen den Betreiber eines Schlachthofs in Helmbrechts (Oberfranken), den aufsichtführenden Tierarzt und verschiedene Lohnschlächter. Aktuelle Recherchen des Deutschen Tierschutzbundes und des Filmemachers Manfred Karremann belegen, dass in dem Schlachthof schlimme Zustände herrschen. Die Videoaufnahmen, die unter anderem vergangene Woche in der 3sat-Sendung „scobel“ gezeigt wurden, belegen, dass in dem Schlachthof gegen geltendes Recht verstoßen wird. So wurden Kühe und Schweine ohne ausreichende Betäubung geschlachtet, Schweine im Hochsommer erst zwölf Stunden nach der Anlieferung getränkt und kranke Tiere nicht sofort getötet.
„Die Bedingungen in diesem Schlachthof sind nicht tragbar: Schweine wurden mit äußerster Brutalität in den Schlachtraum geprügelt, die Betäubung der Tiere war oft mangelhaft und die Zeitdauer bis zur Entblutung war viel zu lang. Zu diesen tierschutzwidrigen Zuständen kam es, obwohl der zuständige Tierarzt zugegen war. Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden“, so Brigitte Rusche, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes und Leiterin der Akademie für Tierschutz.
Leider müsse man davon ausgehen, dass die jetzt aufgedeckten Zustände keine Ausnahmen in Deutschland sind. Auch andere Schlachthöfe fielen bei den aktuellen Recherchen negativ auf. „Die ungenügenden Vorschriften, Tierschutzignoranz und mangelnde Kontrollen durch Veterinärmediziner führen dazu, dass Tiere erheblich leiden. Die Recherchen dokumentieren, welchen qualvollen Tod viele Tiere sterben müssen. Diese Missstände müssen abgestellt werden“, fordert Rusche.
Der Deutsche Tierschutzbund fordert neben der strengeren Kontrolle der Schlachthöfe auch gesetzliche Verbesserungen. Auf politischer Ebene würden derzeit allerdings nur langsam und nicht ausreichende Verbesserungen für die Millionen Schlachttiere in Deutschland und der EU erzielt. Im September 2008 erarbeitete die Europäische Kommission einen Entwurf für eine „Verordnung des Rates über den Schutz von Tieren zum Zeitpunkt der Tötung“. Mit dieser für die Mitgliedsstaaten unmittelbar verbindlichen „Schlachtverordnung“ sollen die Bedingungen an Schlachthöfen EU-einheitlich geregelt werden. Die Tierschützer begrüßen den Vorstoß, sich endlich der teils schlimmen Situation der Tiere auf den Schlachthöfen anzunehmen. Zugleich aber bleibt ihre Kritik, dass trotz positiver Ansätze wichtige Regelungen fehlen. „Der Verordnungsentwurf bleibt in vielen Punkten hinter dem bestehenden deutschen Recht zurück und muss dringend nachgebessert werden. Darüber hinaus muss Deutschland alle Möglichkeiten für strengere Regelungen ausschöpfen, die die EU-Verordnung zulässt, um das Ziel, Tierschutz nachhaltig zu stärken, zu erreichen. Unabhängig davon sind die Betreiber von Schlachthöfen in der Pflicht, der täglichen Tierqual ein Ende zu bereiten“, so Rusche.
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