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Pressemeldung Dezember 2008

 
 

11.12.08

Toter Eisbärennachwuchs in Nürnberg – Zoos müssen Nachzucht einstellen

Nach dem erneuten Tod eines Eisbären im Tiergarten Nürnberg bekräftigt der Deutsche Tierschutzbund seine Kritik an der Eisbärenhaltung und –nachzucht. Die Verantwortlichen müssten  diese endgültig einstellen, so die Tierschützer. Das gelte im Besonderen für Nürnberg, aber auch für alle anderen Zoos, stellt der Verband in Bonn klar.
 
Bereits im Januar hat der Deutsche Tierschutzbund vor einer weiteren Nachzucht von Eisbären gewarnt. Offenbar schlage der Tiergarten bei den Eisbären den gleichen Weg wie bei der Delfinhaltung ein. In den letzten vier Jahren starben insgesamt sieben Delfinbabys im Nürnberger Delfinarium, trotzdem wurde der Neubau der Delfinlagune genehmigt.
 
„Der Zoo-Direktor Dag Encke und Helmut Mägdefrau handeln unverantwortlich. Das beide so tun, als sei deren Einrichtung ein Abbild der Natur ist aberwitzig. Es ist und bleibe eine Gefangenschaftshaltung, die besondere Verantwortung mit sich bringt. Der Tiergarten kann bis heute nicht die Frage beantworten, wo die Tiere später leben sollen. Das und die nicht artgerechten Haltungsbedingungen belegen, dass ein Irrweg beschritten wurde. Der Tierschutz bleibt dabei vollkommen unberücksichtigt“, so Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes. Schröder unterstreicht die Forderung nach einem Umdenken der Zoos und rief den Dachverband der Zoodirektoren dazu auf, die Haltung bestimmter Tierarten generell auslaufen zu lassen.
 
Eisbären haben in der freien Wildbahn ein Revier von mehreren Tausend Quadratkilometern, während die vorgegebenen Käfiggrößen im Zoo meist bei rund 200 Quadratmetern liegen. Selbst die größten Außengehege in Zoos seien im Vergleich hierzu nur winzige Gefängnisse, die den natürlichen Bewegungsdrang der Tiere extrem einschränken. Die Tiere leiden oftmals unter Langeweile und den Haltungsrestriktionen. Verhaltensstörungen, so genannte Stereotypien, sind die Folge. Zwar gestaltet sich die Jungenaufzucht auch bei Eisbären in der Natur nicht einfach, doch sterben Jungtiere dort an Unterernährung, falls die Mütter nicht genug Nahrung finden, oder sie werden Opfer von männlichen Eisbären bzw. Wölfen. Beides ist im Zoo nicht der Fall.
 
Im Hinblick auf die Eisbären hat der Tiergarten eine tragische Historie: Im März 2000 wurden zwei Eisbären erschossen, weil es ihnen gelungen war, aus einem Gehege auszubrechen. Im Januar 2008 tötete die Eisbärendame Vilma ihre beiden Jungen, während „Flocke“ von seiner Mutter Vera nicht richtig angenommen und von Hand aufgezogen werden musste.

 
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