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Irreführendes Siegel „Tiergerechte Haltungsform“ |
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Seit dem Herbst 2008 wirbt die Deutsche Gesellschaft für Geflügelwissenschaft e.V. – die deutsche Gruppe der World´s Poultry Science Association, WPSA – mit dem Siegel „Tiergerechte Haltungsform“, das den Verbrauchern als Orientierungshilfe beim Einkauf dienen soll. Tatsächlich ist das Siegel aber eine Mogelpackung, denn es werden nur die gesetzlichen Mindeststandards eingehalten. Das Oberlandesgericht Oldenburg hat mit einem Urteil vom 3. Juni 2010 festgestellt, das dies eine Werbung mit Selbstverständlichkeiten und damit unzulässig ist. Die bisherige Bewerbung von Käfigeiern aus der Kleingruppen-Haltung mit dem Siegel ist damit nicht mehr länger erlaubt. |
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Beim Verbraucher kann durch das Siegel beim Einkauf der Eindruck entstehen, dass Kleingruppenkäfige „tiergerecht“ sind. Dabei steht einer Henne in diesen Käfigen nur geringfügig mehr Raum zu als bisher. Auf dem Platz von etwa eineinhalb DIN A4-Seiten kann eine Henne nicht ihre arteigenen Bedürfnisse ausleben.
Der Begriff „tiergerecht“ ist gesetzlich nicht geschützt. Verbraucher verbinden ihn jedoch häufig mit höheren Tierschutzanforderungen. Dies wollte die Gesellschaft für Geflügelwissenschaft nutzen, um den Absatz von Eiern aus Kleingruppenkäfigen zu fördern. Der Deutsche Tierschutzbund hat sich seit Einführung des Siegels vehement dafür eingesetzt, dass sich diese Kennzeichnung nicht auf dem Markt etabliert. Durch das Urteil sehen wir uns bestätigt.
Beim Einkauf sollte man besser auf die eindeutig besseren Haltungsformen wie Freiland- und biologische Legehennenhaltung zurückgreifen. Zusätzlich hilft das Siegel „Tierschutz geprüft“ des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. (KAT) beim richtigen Eierkauf. Es schreibt strengere Anforderungen an die Legehennenhaltung vor. Mehr Informationen hierzu finden Sie über den Link unten auf dieser Seite.
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