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Pressemeldung November 2008

 
 

06.11.08

Bundesrat tagt zum Robbenhandelsverbot: Deutscher Tierschutzbund fordert Streichung von Ausnahmen

Morgen berät der Bundesrat unter anderem den schon seit Juli vorliegenden Entwurf der EU-Kommission für ein EU-weites Robbenhandelsverbot. Nach diesem Vorschlag dürfen Robbenfelle innerhalb der EU weiterhin vermarktet werden, wenn die exportierenden Länder nachweisen können, dass die angewandten „Jagdtechniken mit Tierschutzregelungen“ übereinstimmen und den Tieren kein „unnötiges Leiden“ zugefügt wurde. Der Deutsche Tierschutzbund lehnt derartige Ausnahmeregelungen ab und fordert zudem, das Handelsverbot auf Produkte von allen Robbenarten auszudehnen und nicht wie bisher auf 17 der insgesamt 30 Arten zu beschränken. Eine Beschlussempfehlung des Agrarausschusses des Bundesrates greift die wichtigsten Forderungen aus Tierschutzsicht auf. Der Bundesrat sollte dieser Empfehlung folgen. Das wäre ein starkes Signal für die Bundesregierung, sich auf EU-Ebene für ein umfassendes Handelsverbot einzusetzen. „Die Jagd auf Robben ist bestialisch und ethisch durch nichts zu rechtfertigen. Die Tiere werden – egal nach welcher Methode – grausam für unnötige Luxusprodukte getötet“, so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
 
Robbenjagd findet vor allem in der Arktis und im Süden Afrikas statt. Circa 750.000 Robben werden jedes Jahr für kommerzielle Zwecke getötet und gehäutet. 60 Prozent der Jagd wurde 2006 von Kanada, Grönland und Namibia durchgeführt. Über 90 Prozent der getöteten Tiere sind Jungtiere im Alter von zwei Wochen bis drei Monaten. „Wir hätten es uns gewünscht, dass die EU mutiger für den Tierschutz eintritt und den Handel mit Robbenprodukten generell verbietet. Wenn die Vernunft nicht von alleine siegt, muss Deutschland nun eine Vorreiterrolle einnehmen und sich für strengere Vorschriften einsetzen, um dem grausamen Gemetzel ein Ende zu machen“, so Apel.
 
Eine „tiergerechte“ Form der Robbenjagd gibt es nicht. Das Erschlagen mit Knüppeln oder der Abschuss der Tiere sind mit erheblichem Tierleid verbunden. So erhalten die Robben bei der Jagd mit einer Art Fischanlandungshaken, dem „Hakapik“, einen Schlag auf den Hinterkopf. Der Schädelknochen soll brechen und das Tier bewusstlos werden. Unerfahrene Jäger brauchen dafür oft mehrere Versuche. Es kommt vor, dass die Tiere nicht tot sind, wenn sie enthäutet werden. Auch der Abschuss kann nicht als „humane“ Jagdmethode bezeichnet werden. Klimatische und geographische Bedingungen tragen dazu bei, dass die Jäger aus der Ferne schießen. Vielfach kommt es dabei zu Verletzungen durch Fehltreffer, die Tiere fliehen und ertrinken dann elendig. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 50 Prozent der Robben nicht richtig getroffen werden. Im Jahr 2005 wurden insgesamt 459,8 Tonnen Bekleidung bzw. Bekleidungszubehör aus Robbenfellen nach Deutschland eingeführt. Der Deutsche Tierschutzbund appelliert deswegen an alle Verbraucher, sich generell gegen Pelzprodukte zu entscheiden, da dadurch unendliche Tierqualen vermieden würden.

 
  Mehr zu diesem Thema:
RobbenjagdDie Jagd auf Robben
EU-Bericht zu Tierschutzaspekten der Robbenjagd
Kampagne: Protest gegen Robbenjagd
Vorherige Pressemeldungen
 
 

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