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Pressemeldungen Oktober 2008

 
 

16.10.08

Ende der Affenqual ist Sieg für den Tierschutz – Bremen darf Erpressungsversuchen der Tierversuchslobby nicht nachgeben

Der Bremer Tierschutzverein und der Deutsche Tierschutzbund begrüßen die Entscheidung von Gesundheitssenatorin Rosenkötter, die Affenversuche an der Bremer Universität zu verbieten. „Auch die Forschung muss sich an gesellschaftlichen Maßstäben orientieren. Wenn sie es versäumt, sich selbst ethische Grenzen zu setzen, muss sie es sich gefallen lassen, von außen reglementiert zu werden,“ kommentiert Wolfgang Apel,
Vorsitzender des Bremer Tierschutzvereins und Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
 
Noch in den letzten Tagen war aus Wissenschaftskreisen der Versuch
unternommen worden, mit massiven Drohgebärden Bremer Entscheidungsträger einzuschüchtern und eine Fortsetzung der Primatenexperimente zu erzwingen. So drohte die Universität Bremen mit dem Gang bis vor das Bundesverfassungsgericht, die Deutsche Forschungsgemeinschaft mit dem Entzug von Millionen Euro (aus Steuergeldern stammender) Forschungsförderung, und Affenforscher Kreiter kündigte sogar an, dass er bei Entzug der Genehmigung die in seiner Obhut befindlichen Affen einschläfern werde.
 
„Während derzeit in einer beispiellosen Kampagne Kreiter und seine Unterstützer versuchen, den seriösen Tierschutz zu diskreditieren, wird spätestens mit diesen Erpressungsversuchen deutlich, wer hier mit unlauteren Mitteln arbeitet,“ kommentiert Apel. Es sei höchst bedauerlich, dass sich so viele Unwahrheiten und Gerüchte um die Bremer Affenversuche rankten. Es wäre wünschenswert, wenn Kreiter nun endlich sein gesamtes Forschungsvorhaben offenlegte, das bisher der Geheimhaltung unterliegt. Dann könne sich jeder selbst ein Bild davon machen, welche Leiden Kreiter den von ihm verwendeten Ratten und Affen zufügt. Und jeder könne dann auch sehen, dass nicht an der Heilung von Krankheiten gearbeitet werde, sondern an reiner Grundlagenforschung.
 
Bereits vor 12 Jahren haben der Deutsche Tierschutzbund und der Bremer Tierschutzverein mit ausführlichen Gutachten dargelegt, dass Kreiters Affenversuche ethisch nicht vertretbar sind. „Unsere Argumente fielen damals politischer Taktiererei zum Opfer. Aber nach 10 Jahren Affenforschung fällt das Märchen vom therapeutischen Nutzen harmloser Experimente nun endgültig in sich zusammen,“ kommentiert Apel.
 
„In München, Berlin und im Ausland wurden kürzlich nahezu identische Affenversuche ebenfalls aus ethischen Gründen abgelehnt. Es ist daher absurd, die Umsetzung von Tierschutzgesetz und Staatsziel Tierschutz in Bremen als politisch motivierte Provinzposse zu diffamieren. In unserer Gesellschaft entwickelt sich der Tierschutzgedanke fort. Aber gerade in Bremen hat sich gezeigt, dass sich die Tierversuchlobby auch gegen demokratisch legitimierte Entscheidungen hinwegzusetzen versucht“, so Apel.

 
  Mehr zu diesem Thema:
Affenversuche in Bremen
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