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Pressemeldung Juli 2008

 
 

25.07.08

Aufbruch der Olympia-Pferde nach Hongkong - Deutscher Tierschutzbund kritisiert extreme Bedingungen

Die Pferde der deutschen Olympia-Reiterinnen und Reiter werden heute von Amsterdam nach Hongkong geflogen. Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert, dass den vierbeinigen Olympia-Teilnehmern extreme Strapazen bevorstünden: Neben dem langen Flug und dem hohen Leistungsdruck sind die Pferde während der vierwöchigen Dauer der Olympiade in China extremen Klimabedingungen ausgesetzt. Die Tierschützer warnen vor Überlastung der Tiere und fordern gegebenenfalls auf einen Start zu verzichten. Der Deutsche Tierschutzbund weist zudem darauf hin, dass das Gastgeberland China generell in der Kritik steht, den Tierschutz zu missachten.
 
Die teilnehmenden Pferde werden nach Ansicht der Tierschützer bereits durch die Anreise nach Hongkong und die extremen Klimabedingungen vor Ort überfordert. Bei Durchschnittstemperaturen von 30 Grad Celsius und einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit müssen die Pferde Hochleistungen erbringen. Bei diesen Bedingungen besteht die Gefahr, dass die Tiere ihre Körpertemperatur nicht mehr regulieren können. Die Pferde müssen deshalb während der ganzen Zeit der olympischen Spiele mit eiskalten Duschen kühl gehalten werden. Im schlimmsten Fall könnten diese extremen klimatischen Bedingungen zu gefährlichen Unfällen und Zusammenbrüchen der Pferde führen.
 
„Die Risiken dieses Extremsports sind für Tier – und auch Mensch –generell schon hoch. Beim geringsten Anzeichen, dass die besonderen Bedingungen in China den Tieren zudem gesundheitlich schaden könnten, sollte unmittelbar auf einen Start verzichtet werden. Das wäre ein verantwortungsvoller Umgang mit den Pferden im Sinne eines olympischen Geistes, den wir fröhlich bejubeln können“, so Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes. Er appelliert, an die Reiterinnen und Reiter und das Olympische Komitee, die Tiere nicht zu überfordern und deren Gesundheit nicht der Jagd nach Medaillen unterzuordnen.
 
China als der Austragungsort der Olympiade 2008 wird auch aus politischen und menschenrechtlichen Gründen von vielen Sportlern, Institutionen und Verbänden kritisiert. Das Land falle zudem durch eine Vielzahl von Missständen und Tierquälereien immer wieder negativ auf, so der Deutsche Tierschutzbund. Ein Beispiel hierfür ist, dass vor der Olympiade „Säuberungsaktionen“ stattfanden, bei denen Straßenhunde– und Katzen eingefangen und großenteils getötet wurden. Hundefleisch ist eine übliche „Delikatesse“, die nur während der Olympiade von den Speisekarten der Restaurants verbannt wurde.  

 
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