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Pressemeldung Juli 2008

 
 

23.07.08

EU Kommission legt Vorschlag zum Robbenhandelsverbot vor - Deutscher Tierschutzbund fordert generelles Verbot ohne Ausnahmen

Heute hat die EU-Kommission ihren Vorschlag für eine EU-weites Robbenhandelsverbot vorgelegt. Der Deutsche Tierschutzbund beklagt, dass dieser Ausnahmeregelungen enthält. Demnach soll das Vermarkten von Robbenfellen innerhalb der EU gestattet sein, wenn die exportierenden Länder nachweisen können, dass die angewandten „Jagdtechniken mit Tierschutzregelungen“ übereinstimmen und den Tieren kein „unnötiges Leiden“ zugefügt wurde. „Eins ist klar, die Jagd auf Robben ist bestialisch und ethisch durch nichts zu rechtfertigen. Die Tiere werden – egal nach welcher Methode – grausam für unnötige Luxusprodukte getötet“, so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
 
Der Deutsche Tierschutzbund fordert, dass der Entwurf konsequent nachgebessert wird, mit dem Ziel, ein generelles EU-weites Handelsverbot mit Robbenprodukten zu installieren. Robbenjagd findet vor allem in der Arktis und im Süden Afrikas statt. Circa 750.000 Robben von mindestens 15 verschiedenen Spezies werden jedes Jahr für kommerzielle Zwecke getötet und gehäutet. 60 Prozent der Jagd wurde 2006 von Kanada, Grönland und Namibia durchgeführt. Über 90 Prozent der getöteten Tiere sind Jungtiere im Alter von zwei Wochen bis drei Monaten.
 
„Wir hätten es uns gewünscht, dass die EU mutiger für den Tierschutz eintritt und den Handel mit Robbenprodukten generell verbietet. Wenn die Vernunft nicht auf europäischer Ebene siegt, muss Deutschland – wie die Niederlande oder Belgien – eine Vorreiterrolle einnehmen und im nationalen Alleingang ein Verbot durchsetzen“, so Apel.
 
Das Erschlagen mit Knüppeln oder der Abschuss der Tiere sind mit erheblichem Tierleid verbunden. So erhalten die Robben bei der Jagd mit einer Art Fischanlandungshaken, dem „Hakapik“, einen Schlag auf den Hinterkopf. Der Schädelknochen soll brechen und das Tier bewusstlos werden. Unerfahrene Jäger brauchen dafür oft mehrere Versuche. Es kommt vor, dass die Tiere nicht tot sind, wenn sie enthäutet werden. Auch der Abschuss kann nicht als „humane“ Jagdmethode bezeichnet werden. Klimatische und geographische Bedingungen tragen dazu bei, dass die Jäger aus der Ferne schießen. Vielfach kommt es dabei zu Verletzungen durch Fehltreffer, die Tiere fliehen und ertrinken dann elendig. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 50 Prozent der Robben nicht richtig getroffen werden.
 
Im Jahr 2005 wurden insgesamt 459,8 Tonnen Bekleidung bzw. Bekleidungszubehör aus Robbenfellen nach Deutschland eingeführt. Der Deutsche Tierschutzbund appelliert deswegen an alle Verbraucher, sich generell gegen Pelzprodukte zu entscheiden, da dadurch unendliche Tierqualen vermieden würden.

 
  Mehr zu diesem Thema:
Bundestag will Handel mit Robbenprodukten verbieten
EU-Bericht zu Tierschutzaspekten der Robbenjagd
Robbenjagd
Kampagne: Protest gegen Robbenjagd
Kampagne: Pelz tötet
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