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Pressemeldung Juli 2008

 
 

10.07.08

Widerstand zeigt erste Erfolge: egga Landei knickt ein

Nachdem sich in der Region Dalldorf (Landkreis Gifhorn, Niedersachsen) erheblicher Widerstand gegen den Bau einer Käfighaltung für 390.000 Legehennen gebildet hat, hat der Investor, die egga Landei GmbH, nun offenbar von seinen Plänen Abstand genommen. Gemeinsam mit der örtlichen Bürgerinitiative, dem Tierschutzverein Gifhorn und seinem Landesverband in Niedersachsen hatte der Deutsche Tierschutzbund den Widerstand unterstützt. Investorenvertreter Gert Stuke ließ heute über die Presse verkünden, dass er seine Planungen auf Bodenhaltung umstellen wird.
 
„Wir sind froh, dass damit hunderttausenden Legehennen ein grausames Schicksal in Käfigen hier in Dalldorf erspart bleibt. Unser Widerstand aber bleibt. Denn diese Qualanlagen, die der Investor immer mit dem Begriff Kleingruppe versucht hat schön zu reden, dürfen nirgendwo Realität werden. Nicht in Dalldorf und an keinem anderen Ort“, erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
 
Vera Steder, Landesvorsitzende des Deutschen Tierschutzbundes, fügt entschlossen an: „Wir haben den Kampf gegen die Planungen im Sinne der Tiere, aber eben auch der Umwelt und der betroffenen Bürgerinnen und Bürger geführt. Daher steht für uns fest, dass wir auch die neuen Planungen nicht kritiklos hinnehmen werden.“
 
Über die wahren Gründe für den Richtungswechsel des Gert Stuke, egga Landei GmbH, kann nur spekuliert werden. Gert Stuke ist zugleich Geschäftsführer der Deutschen Frühstücksei AG, dem Nachfolgeunternehmen des Anton Pohlmann, der mit einem lebenslangen Tierhaltungsverbot belegt ist. Stuke gehörte bisher zu den Geflügellobbyisten, die die Käfighaltung von Legehennen vehement verteidigt haben. Mittlerweile aber haben viele Handelsketten, darunter gerade dieser Tage erst Aldi SÜD und EDEKA Südwest, angekündigt, ab Herbst keine Eier aus der Käfighaltung mehr zu verkaufen, das schließt auch Eier aus der Kleingruppenhaltung ein. Möglicherweise haben die wegbrechenden Absatzmärkte den Richtungswechsel des Herrn Stuke bewirkt. „Ganz sicher ist Herr Stuke über Nacht kein Tier- und Umweltschützer geworden“, so Apel und Steder.
 
Nach der Nutztierhaltungsverordnung aus dem Jahr 2006 dürfen Legehennen in der so genannten „Kleingruppenhaltung“ gehalten werden. Diese Käfighaltung stellt zu den bisher verwendeten Käfigen keine Verbesserung dar, so der Deutsche Tierschutzbund. Dies bestätige eine Vielzahl seriöser Wissenschaftler. In diesen Käfigen wird den Tieren etwa die Fläche eines Aktendeckels als „Lebensraum“ zugestanden. Ein verhaltensgerechtes Scharren, Sandbaden oder Aufflattern der Hühner ist in ihnen genauso unmöglich wie in den herkömmlichen Legebatterien. Da die Kleingruppe einer Haltung in Käfigen entspricht,  müssen die Eier entsprechend mit der Ziffer „3“ (Eier aus Käfighaltung) gekennzeichnet werden.

 
  Mehr zu diesem Thema:
Verbraucherinformationsgesetz
Legehennen - Leiden im Käfig
Gegenargumente zur Kleingruppenhaltung
Kampagne: Kein Ei aus Quälerei
vorherige Pressemeldungen
 
 

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