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Tierheim Foca (Türkei)

 
 

Das Präsidium des Deutschen Tierschutzbundes hat sich nach vielen Gesprächen, Beratungen und intensiver Suche nach Lösungen am 14. Februar 2008 schweren Herzens dazu entschlossen, das Tierheim in Foca (Türkei), aufgrund der dortigen, tierschutzwidrigen Vorkommnisse, nicht weiter finanziell zu unterstützen.
 
 

Die Situation im Tierheim Foca


Von einer artgerechten Hundehaltung kann in diesem Tierheim keine Rede sein - es handelt sich eher um ein Massenlager. Staupekranke Welpen, querschnittgelähmte Hunde oder bis zum Skelett abgemagerte Tiere werden nicht ausreichend tiermedizinisch versorgt oder von ihren Leiden erlöst.
 
Infolge dieser Haltung steigt mit zunehmender Bestandsdichte die Aggressivität zwischen den Hunden an. Wöchentlich sterben mehrere Hunde an Bissverletzungen, die sie sich gegenseitig im Tierheim zufügen.


Das Tierheim in Foca bietet ungefähr 100 Hunden Platz. Zurzeit leben dort jedoch circa 500 Hunde und einige Katzen, darunter zum Teil schwer kranke Tiere.
 
Ein türkischer Tierarzt, der auf Wunsch des Deutschen Tierschutzbundes hinzugezogen wurde, weigerte sich, in diesem Tierheim tätig zu werden. Nicht weil er den Tieren die Hilfe verweigern wollte, sondern weil er sofort erkannt hat, dass er in dieser drangvollen Enge zwar Geld verdienen könnte, den Tieren aber nicht wirklich helfen kann. Die kranken Tiere stecken sich gegenseitig an.
 
 

Hilfsangebot des Deutschen Tierschutzbundes


Aufgrund eines Hilferufs hat der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes das Tierheim Foca im September 2007 besucht. Von Anfang an hat er deutlich gemacht, dass der Deutsche Tierschutzbund die oben beschriebenen Zustände nicht akzeptieren kann. Unterstützt durch die Zusage der Zeitschrift BUNTE wäre der Deutsche Tierschutzbund aber bereit gewesen, bei der Finanzierung eines Projektes mitzuhelfen, damit den Tieren dauerhaft geholfen wird.
 
Um den Tieren sofort zu helfen, hat der Deutsche Tierschutzbund das Tierheim Foca umgehend mit 4.500 Euro unterstützt. Kurze Zeit zuvor hatte er dem Tierheim bereits - aufgrund eines akuten Hilferufs der Journalistin Christa Schechtl - 2.500 Euro zur Verfügung gestellt.
 
 

Beratung wird nicht angenommen


Leider müssen wir jedoch ein trauriges Resümee ziehen: Alle Ratschläge werden von den Verantwortlichen vor Ort kategorisch abgelehnt. Die Verantwortlichen weigern sich sogar, unheilbar kranke Tiere vom Tierarzt einschläfern zu lassen und die Katzen aus einer katastrophalen Haltung herauszunehmen, in der Hunde und Katzen in drangvoller Enge zusammengepfercht sind. Stattdessen werden mehr und mehr Hunde aufgenommen. Es ist eindeutig, dass in diesem Tierheim kein Tierschutz betrieben wird.


Mit dem Geld des Deutschen Tierschutzbundes wurde bisher nur die Aufrechterhaltung dieses aus Tierschutzsicht nicht tolerablen Zustandes finanziert. Selbst wenn man ein neues Tierheim für 500 Hunde bauen würde – wofür dem Deutschen Tierschutzbund die finanziellen Mittel nicht zur Verfügung stehen – würden sich nach der jetzigen Praxis in kürzester Zeit 1.000 Hunde in den Zwingern drängeln. Es gibt nicht die leiseste Hoffnung, dass sich die vor Ort Verantwortlichen in Foca sinnvollen Lösungen wie zum Beispiel Kastrationsprojekten öffnen würden.
 
Der Deutsche Tierschutzbund sieht daher leider keine Möglichkeit, mit den Verantwortlichen in Foca ein tierschutzkonformes und sinnvolles Projekt aufzubauen. Er wird dieses Tierheim in Zukunft leider nicht mehr unterstützen können.
 
  Mehr zu diesem Thema:
Tierschutzprojekt Odessa
 
 

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