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Pressemeldung Dezember 2007

 
 

12.12.07

Tausendfaches Pelztierelend in Deutschland - Deutscher Tierschutzbund fordert Verbot von Pelztierfarmen und ruft zum Boykott von Pelzprodukten auf

Recherchen des Deutschen Tierschutzbundes und der ihm angeschlossenen Tierschutzvereine ergaben, dass es deutschlandweit noch immer 29 Pelztierfarmen gibt. In diesen werden unter anderem ca. 330.000 Nerze in winzigen Drahtkäfigen gehalten, bevor sie im Alter von sechs bis sieben Monaten vergast werden. Aber auch Füchse, Chinchilla und Sumpfbiber müssen in strukturlosen Käfigen dahinvegetieren. Ein Drittel aller deutschen Farmen befinden sich in Nordrhein-Westfalen. So gehören fünf große Betriebe zu einer GmbH, deren Mitinhaber gleichzeitig Präsident der deutschen Pelztierzüchter ist. Allein in diesen werden etwa 100.000 Nerze gehalten. Die zwei größten deutschen Farmen mit ca. 35.000 und 40.000 Nerzen, liegen in Mecklenburg-Vorpommern. Einige Bundesländer, wie Berlin, Saarland, Rheinland-Pfalz und Bayern sind „pelztierfarmfrei“. „Wer Pelz kauft oder zu Weihnachten verschenkt, macht sich am blutigen Tierleid mitschuldig“, so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
 
Da sich die Situation der Pelztierfarmen in Deutschland laufend verändert, bittet der Deutsche Tierschutzbund, alle Bürger um Mithilfe, wenn diese Kenntnisse über eine neu eröffnete oder geschlossene Pelztierfarm erhalten. Nur mit diesen Informationen sei es den Tierschützern möglich, die zuständigen Behörden und Landesregierungen aufzufordern, strenge Kontrollen durchzuführen, Auflagen zu erheben und letztendlich ein Verbot der Pelztierhaltung in Deutschland zu erreichen.
 
Bereits am 3. November 2006 hat der Bundesrat eine erste Haltungsverordnung für Pelztiere verabschiedet. Wesentliche Verbesserungen für die Tiere werden aber erst nach jahrelangen Übergangsfristen in Kraft treten. „Wir brauchen ein generelles Verbot der Pelztierhaltung in Deutschland. Und wir brauchen Verbraucher, die sich nicht von den falschen Versprechungen der Modeindustrie blenden lassen. Pelz ist und bleibt Qualmode  - boykottieren sie alle Pelzprodukte“, fordert Apel die Verbraucher auf.
 
Der Verband macht darauf aufmerksam, dass die Tiere, die für die Pelzgewinnung gehalten werden, ein Tierleben lang extrem leiden müssen, bevor Sie unter grausamen Bedingungen getötet werden. Auch das in diesem Jahr erstmalig an Pelzkleidung angebrachte Etikett mit der Bezeichnung „Origin Assured“ ändere nichts an den grausamen Haltungsbedingungen der Tiere. Es könne lediglich davon ausgegangen werden, dass die so gekennzeichneten Pelze aus Ländern mit Vorschriften zur Tierhaltung stammen, so die Tierschützer. Artgerechte Haltungsbedingungen seien den Tieren damit jedoch noch lange nicht garantiert.

 
  Mehr zu diesem Thema:
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