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Pressemeldungen November 2007

 
 

27.11.2007


Deutscher Tierschutzbund: Es gibt Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration

Jedes Jahr werden in Deutschland rund 22 Millionen männliche Ferkel ohne Betäubung kastriert. Der Deutsche Tierschutzbund verweist darauf, dass erst Mitte November bei einer wissenschaftlichen Tagung in Bern mehrere Wege aufgezeigt wurden, den Tieren die Qualen der betäubungslosen Kastration zu ersparen. „Es ist nicht nachzuvollziehen, dass die Deutsche Gesellschaft für Züchtungskunde ungeachtet dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse lieber an der konventionellen Kastration ohne Betäubung festhalten will. Dies bedeutet millionenfach Schmerz und Leid für die Tiere“, so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Die Deutsche Gesellschaft für Züchtungskunde hatte in ihrer Pressemeldung vom 24. November erklärt, an der betäubungslosen Kastration festhalten zu wollen, angeblichem aus Mangel an Alternativen.
 
Die konventionelle Ferkelkastration, welche bei vollem Bewusstsein der Ferkel durchgeführt wird, ist eine sehr schmerzhafte Prozedur. Das gilt für seriösen Wissenschaftler als unumstrittene Tatsache, so der Verband in Bonn. Grundsätzlich soll der Eingriff helfen, den später entstehenden Eber-Geruch und eine damit einhergehende Geschmacksveränderung des Fleisches zu verhindern.
 
Der vollständige Verzicht auf die Kastration, die so genannte Ebermast, stelle aus Sicht des Tierschutzes den besten Weg dar, so die Tierschützer. Allerdings sei diese Methode im Moment nur als Nischenproduktion zu realisieren. Derzeit existiere noch keine standardisierte Nachweismethode, um mögliche geruchsbelastete Schlachtkörper routinemäßig herauszufinden. Als praktikable Alternativen bieten sich aber die Impfung gegen Ebergeruch (Immunokastration) und die Kastration unter Isoflurannarkose mit einer anschließenden Schmerzbehandlung an. Beide Methoden sind nach Angaben der Tierschützer in der Zwischenzeit so weit entwickelt, dass ein großflächiger Einsatz in der Praxis möglich und sinnvoll sei.

Da die Ferkelkastration ohne Betäubung ab 2009 in der Schweiz verboten ist, werden sich in absehbarer Zeit eine oder mehrere der alternativen Kastrationsmethoden etablieren. „Auch in Deutschland ist es höchste Zeit umzudenken und zum Wohl der jährlich 22 Millionen männlichen Ferkel neue Wege zu beschreiten“, so Apel. 

 
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