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Pressemeldung Oktober 2007 |
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25.10.07Skandallob für Käfigqual vom bayrischen AgrarministerDas bayerische Agrarministerium hat gestern im Landtag einen Bericht über die Haltung von Legehennen vorgelegt. Der Deutsche Tierschutzbund beurteilt diesen als einseitig und sehr durchsichtigen Versuch, Vorbehalte gegen die Käfighaltung abzubauen und die Freiland- oder Bodenhaltung von Legehennen zu diffamieren.
Das bayrische Agrarministerium macht sich mit diesem Bericht unter anderem die Argumente vieler Käfigei-Produzenten zu Eigen, wonach Eier aus dieser Qualhaltung hygienischer seien. Das Miller-Ministerium ignoriert damit bewusst u.a. die wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass die Gefahr von Salmonellenbefall bei Eiern aus der Käfighaltung ungleich höher ist als bei denen aus alternativen Haltungsformen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung im Auftrag der Europäischen Union, untermauert durch eine Untersuchung des Friedrich-Löffler-Instituts. Die Forschungsabteilung der Charité-Universität Berlin hat in einer Untersuchung bestätigt, dass Freilandhühner gesündere Eier legen als Käfighennen. Diese Studien sind eine unabhängig erstellte Faktenbasis, die auch der bayrische Minister nicht ignorieren darf.
„Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts im Jahr 1999 ist unmissverständlich, ebenso wie viele unabhängige wissenschaftliche Gutachten: Käfighaltung von Legehennen ist nicht tiergerecht, auch nicht in so genannten ausgestalteten Käfigen“, betont Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
Auch der Hinweis des Ministeriums bei der Bekanntgabe der Studie, dass die Käfighaltung von Legehennen ab 2009 verboten sei, ist ein weiterer Versuch, die Öffentlichkeit zu täuschen, so Apel. Nach dem Beschluss des Bundesrates aus dem April 2006 dürfen die Hühnervögel zukünftig in so genannten „ausgestalteten Käfigen“ gehalten werden. Dieser Käfig, oft auch Kleingruppenhaltung oder Kleinvoliere genannt, stellt zu den bisher verwendeten Haltungssystemen keine Verbesserung dar. Das bestätigt eine Vielzahl seriöser Wissenschaftler. In ihnen wird den Tieren etwa die Fläche eines Aktendeckels als „Lebensraum“ zugestanden. Ein verhaltensgerechtes Scharren oder Sandbaden ist nicht möglich. Auch die geschützte Eiablage ist nur eingeschränkt und ein Aufflattern in dem System völlig unmöglich.
„Auch dem bayrischen Agrarminister Miller muss endlich klar werden, dass er sein Amt nicht dazu nutzen darf, den Agrarindustriellen Rückendeckung zu geben. Die Käfigqual muss beendet und darf nicht durch fadenscheinige Argumente und Verbraucherverunsicherung künstlich verlängert werden“, betont Apel.
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