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Delfinarien |
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Zoologisch betrachtet, gehören Delfine zur Gruppe der Zahnwale. Sie zählen seit jeher zu den Tieren, die Menschen am stärksten faszinieren. Ihre Beliebtheit ist auch der Grund dafür, dass sie in Gefangenschaft gehalten werden. Dies gilt vor allem für die Großen Tümmler (Tursiops truncatus).
Weltweit fristen rund 1.500 Delfine, überwiegend in Europa, USA und Japan in Delfinarien ihr Dasein. |
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Leiden in GefangenschaftDie Haltung der sensiblen Meerestiere in Gefangenschaft ist aus Sicht des Tierschutzes klar abzulehnen, da eine art- und verhaltensgerechte Unterbringung nicht möglich ist. Auch wenn die Größe und Ausstattung der bestehenden Delfinarien sehr unterschiedlich ist, so ist die grundsätzliche Problematik stets die gleiche:
Delfine haben ein sehr großes Bewegungsbedürfnis und stellen sehr hohe Anforderungen an Wasserqualität und Platzbedarf. Die im Vergleich zu ihrem natürlichen Lebensraum winzigen Becken bieten den Tieren nur wenig Rückzugsmöglichkeiten und Bewegungsfreiraum.
Zudem sind Delfine sehr geräuschempfindlich. Sie können Töne von 150 bis 200.000 Schwingungen wahrnehmen. Beim Menschen liegt dieser Hörnbereich zwischen 20 und 20.000 Schwingungen. Neben den üblichen zeitweiligen Lärmemissionen eines Delfinariums (Publikum, Lautsprecher) sind die Tiere auch dem permanentem Lärm der zwingend laufenden Unterwasserpumpe ausgesetzt. Dieser Lärm bedeutet für die Tiere Stress.
Delfingruppen werden zumeist künstlich zusammengestellt. Die unter natürlichen Bedingungen nicht stark ausgeprägte Rangordnung kann in der Gefangenschaft in eine Hackordnung umschlagen, unter der schwächere oder rangniedrige Tiere leiden.
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Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass sich Delfine nicht gut an die Bedingungen in Gefangenschaft gewöhnen, dass ihre Überlebensrate oft geringer ist als in Freiheit und dass Nachzuchten meist nicht gelingen. Die Folge davon ist, dass Delfinarien ihre Bestände immer wieder mit Wildfängen aufstocken, was artenschutzrechtlichen Bemühungen widerspricht. |
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Auslaufmodell DelfinariumNicht ohne Grund wurden in den 1990er Jahren in Europa reihenweise Delfinarien geschlossen. In England wurde die Haltung in sämtlichen circa 30 Delfinarien aufgegeben, nachdem etwa 300 Tiere dort verstarben.
In Deutschland wurden inzwischen sechs von ehemals neun existierenden Delfinarien geschlossen. Delfine werden derzeit noch im Zoo Münster, im Zoo Duisburg und im Tiergarten Nürnberg gehalten. Seitdem Therapien mit Delfinen angeboten werden, erhoffen sich Delfinarien eine Verbesserung ihres öffentlichen Ansehens. Die Stadt Nürnberg plant den Ausbau ihrer Delfinhaltung durch den Bau einer „Delfinlagune“, auf Rügen soll ein gänzliches neues Delfinarium entstehen.
Die Erfolgsaussichten einer Delfintherapie sind jedoch sehr umstritten. Sie rechtfertigen es nicht, Wildtiere in eine ihren Bedürfnissen nicht entsprechende Umgebung zu zwingen. Der Deutsche Tierschutzbund setzte sich deshalb von Anfang gegen die Pläne in Nürnberg und auf Rügen ein.
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