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Pressemeldung August 2007 |
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09.08.07
Rodeo in Bitterfeld: Deutscher Tierschutzbund protestiert gegen Volksbelustigung auf Kosten der Tiere Während der Motorboot-Meisterschaft in Bitterfeld soll am 11. und 12. August eine Rodeoveranstaltung stattfinden. Der Deutsche Tierschutzbund unterstreicht, dass Rodeos grundsätzlich nichts mit Tierwohl zu tun haben. Das zuständige Veterinäramt in Bitterfeld wurde daher aufgefordert, die Veranstaltung abzusagen.
Bei den am kommenden Wochenende stattfindenden Motorboot-Meisterschaften soll auch eine Rodeoveranstaltung durchgeführt werden. „Rodeo ist kein Sport und viele der Tiere leiden. Die Stadt Bitterfeld sollte sich an Städten wie München oder Hamburg ein Beispiel nehmen, die sich deutlich von dieser unzeitgemäßen Volksbelustigung distanzieren“, erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Diese Ansicht wird durch wissenschaftliche Gutachten bestätigt. Auch das ZDF hatte nach Protesten bereits im Sommer vergangenen Jahres auf die Ausstrahlung eines geplanten Rodeo-Beitrages im ZDF-Fernsehgarten „wegen der einander widersprechenden Ansichten im Hinblick auf die ethische Einschätzung“ verzichtet.
Was dem Zuschauer als Show und Belustigung vorgegaukelt wird, ist für die betreffenden Tiere zumeist mit Leiden verbunden. Die gezeigten Bewegungen basieren hauptsächlich auf Abwehrreaktionen. Der Gesetzgeber teilt die Position des Deutschen Tierschutzbundes, dass bestimmte bislang bei Rodeoveranstaltungen verwendete Hilfsmittel tierschutzwidrig sind. So bestätigte jüngst der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg, dass ein Rodeo-Betreiber vorerst weder Flankengurt noch Sporen bei seinen Veranstaltungen verwenden darf. Dieses Verbot muss bestehen bleiben und um ein Verbot der schlimmsten Rodeo-Disziplinen wie Wild Horse Race und Bullenreiten ergänzt werden.
Beim Wild Horse Race treten mehrere Teams gegeneinander an. Jeweils 3 Cowboys versuchen innerhalb von 90 Sekunden, einem „Wildpferd“ einen Gurt aufzuschnallen und einen Reiter auf das Pferd zu setzen, der dann eine bestimmte Strecke zurücklegen muss. Den Pferden ist bei dieser Disziplin deutlich Stress anzumerken. Teilweise werden Fluchtversuche unternommen, bei denen die Pferde stürzen. Auch wurde schon beobachtet, dass Pferde so hoch steigen, dass sie sich rückwärts überschlagen. Bei dieser Disziplin herrscht eine überproportional hohe Verletzungsgefahr für die Pferde. Sie wird bewusst in Kauf genommen und durch die Auswahl der besonders „sensationellen“ Pferde, die viel steigen und sich wehren, auch noch gefördert. Diese vorsätzliche Gefährdung der Tiere ist nicht mit dem Tierschutzgedanken vereinbar.
Auch andere Tiere werden bei Rodeo-Veranstaltungen zur zweifelhaften Belustigung der Zuschauer gehetzt, mit Lassos eingefangen und zu Boden geworfen. Neben dem Stress, dem die Tiere hierdurch ausgesetzt sind, besteht erhöhte Verletzungsgefahr.
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