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Pressemeldung Februar 2007

 
 

27.02.07

Verbot von Robbenprodukten: Nationaler Alleingang konsequent - Robbenmassaker Kanadas und Norwegens nicht tolerabel

Im Oktober hatte der Bundestag für ein nationales Einfuhr- und Handelsverbot aller Robbenprodukte gestimmt. Nun hat Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer einen nationalen Alleingang angekündigt. Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt diesen Schritt als konsequent. Bislang ist in Europa ausschließlich der Import der Felle neugeborener Robben, der so genannten whitecoats (Weißmäntelchen) und bluebacks (Blaurücken) verboten.
 
Dieses Frühjahr, so ist zu befürchten, werden die Regierungen von Kanada und Norwegen wieder die Jagd auf Hunderttausende Robben freigegeben. Über 1,5 Millionen der Tiere wurden in den letzten vier Jahren getötet, obwohl ihre Bestände als bedroht gelten. Zu den Opfern gehören vor allem Jungtiere im Alter zwischen zwei Wochen und drei Monaten.
 
„Der nationale Alleingang ist ein konsequentes und zugleich deutliches Signal an Kanada, Norwegen und an die anderen EU-Mitgliedsstaaten und die EU-Kommission. Alljährliche Robbenmassaker sind mit nichts zu rechtfertigen. Die Initiative kommt für tausende Robben in der diesjährigen bevorstehenden Jagdsaison aber vermutlich leider zu spät“, so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, der zugleich die Forderung nach einem europaweiten Einfuhr- und Handelsverbot für Robbenprodukte erneuert.
 
Das Erschlagen mit Knüppeln und der Abschuss der Tiere sind mit erheblichem Tierleid verbunden. So erhalten die Robben bei der Jagd mit einer Art Fischanlandungshaken, dem „Hakapik“, einen Schlag auf den Hinterkopf. Dabei soll der Schädelknochen brechen und das Tier bewusstlos werden. Unerfahrene Jäger brauchen dafür oft mehrere Versuche. Danach wird die Spitze des „Hakapiks“ tief ins Gehirn getrieben. Viele der Tiere sterben nicht sofort, so dass sie lebend und bei Bewusstsein enthäutet werden. Bereits im Juni 2006 befasste sich der Tier- und Artenschutzausschuss des Europäischen Parlamentes mit der Robbenjagd in Kanada. Der Deutsche Tierschutzbund setzte sich dafür ein, dass die Deutschen Abgeordneten an dieser wichtigen Sitzung teilnahmen. Die Aktion wurde ein Erfolg: Im September 2006 forderte das Europäische Parlament in einer schriftlichen Erklärung die EU-Kommission auf, eine Verordnung für ein Verbot von Import, Export und Verkauf von Produkten der Sattelrobben und Klappmützen vorzulegen.

 
  Mehr zu diesem Thema:
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