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Pressemeldungen Januar 2007

 
 

17.01.07

Grüne Woche: Weiter mit der Agrarwende oder zunehmende Industrialisierung der Tierhaltung?

Der Deutsche Tierschutzbund warnt anlässlich der am Freitag offiziell beginnenden Grünen Woche vor einer zunehmenden Industrialisierung der Tierhaltung in der Landwirtschaft. Die Rückkehr der Käfighaltung von Legehennen und die vielen Bauanträge für gigantische Schweinemastanlagen in den Bundesländern sind hierfür erste Anzeichen, befürchtet Europas größte Tier- und Naturschutzorganisation. Der Deutsche Tierschutzbund fordert eine konsequente Kennzeichnung aller Produkte nach Herkunft und Tierhaltung, damit der Verbraucher handeln kann.
 
„Die Grüne Woche muss Signale für zukunftsweisenden Tier- und Verbraucherschutz setzen. Dass kann nur heißen, sich gegen den offensichtlichen Trend der immer stärker werdenden Industrialisierung in der Tierhaltung zu stellen. Dazu gehört auch die Kennzeichnung aller Produkte, damit der Verbraucher seine Macht auch nutzen kann, Produkte aus tierquälerischen Tierhaltungen zu boykottieren“, bilanziert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Anlässlich der Grünen Woche verweist er auf die Erfolgsgeschichte der Eierkennzeichnung. Der Anteil der Eier aus artgerechter Haltung steige stetig.
 
Die diesjährige Grüne Woche ist für den Deutschen Tierschutzbund von ganz besonderer Bedeutung: Derzeit hat die Bundesregierung die EU-Ratspräsidentschaft inne. Das ist die Gelegenheit für Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer bei der Eröffnung deutlich zu machen, wie es mit dem Tier- und Verbraucherschutz in Europa weitergehen soll. „Eine 1zu1-Politik ist wenig zukunftsweisend und auch der Beitritt neuer EU-Mitgliedsländern darf nicht zum Stillstand führen“, betont Apel. Dies bedeute vor allem eine deutliche Entwicklung weg von den tierquälerischen Tierfabriken hin zu mehr Qualität im Sinne des Tier-, Umwelt- und Verbraucherschutzes. Tiergerechte Haltungssysteme und regionale kleinbäuerliche Strukturen müssten weiter gefördert werden. Eine gute Alternative sei NEULAND. Unter diesem Namen haben sich Landwirte von tiergerechten und umweltschonenden Haltungen zusammengeschlossen. Das Programm wird vom Deutschen Tierschutzbund, der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft e.V. (ABL), BUKO-Agrar Koordination und dem BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) kontrolliert. NEULAND beweist, dass tiergerechte Landwirtschaft und Wirtschaftlichkeit kein Widerspruch sind.
 
Immer noch leiden in der industriell geprägten Massentierhaltung ca.  38 Millionen Legehennen, ca. 54 Millionen Mastgeflügel, 13 Millionen Rinder, 26 Millionen Schweine und andere Tiere in düsteren Ställen auf engstem Raum. Für Rinder, Schafe, Ziegen und Mastkaninchen gibt es jedoch nach wie vor noch keine rechtlich bindenden Haltungsvorschriften. Im Bereich der Mastgeflügelhaltung existieren lediglich „freiwillige Vereinbarungen“, die aber dem Tierschutzgedanken nicht gerecht werden.

 
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